TTIP with the USA or closer to home with Eurasian Union?

Eurasische Wirtschaftsunion: Putins Projekt als Partner der EU

DIE ZEIT

06. Januar 2015 

Von Theo Sommer (1972 bis 1992 Chefredakteur der ZEIT, danach ihr Herausgeber bis zum Jahr 2000)

Mit dem Jahresbeginn startete die Eurasische Wirtschaftsunion. Sie sollte Europa nicht den Rücken kehren, sondern mit der EU einen gemeinsamen Integrationsraum schaffen.

Die westlichen Medien haben kaum davon Notiz genommen: Am 1. Januar ist die Eurasische Wirtschaftsunion ins Leben getreten…Gründungsmitglieder der neuen Union – die aus der 2010 gebildeten Eurasischen Zollunion hervorgegangen ist – sind Russland (140 Millionen Einwohner, 2.100 Milliarden Dollar Bruttoinlandsprodukt), Belarus (9,5 Millionen, 72 Milliarden), Kasachstan (14 Millionen, 178 Milliarden), Armenien (3 Millionen, 10 Milliarden). Der Beitritt Kirgistans (15,5 Millionen, 850 Millionen) wird im Mai erwartet. Tadschikistan (8 Millionen, 8,5 Milliarden) ist ein weiterer Beitrittskandidat… Diese Zahlen enthüllen schon die erste Schwäche des ehrgeizigen Vorhabens: Es bringt wenig Gewicht auf die Waage – bevölkerungspolitisch gerade einmal ein Drittel der EU und ökonomisch nicht einmal ein Sechstel…Doch die Schwäche der neuen Einheit liegt nicht nur in den Zahlen. Entscheidender ist, dass es ihr an innerem Zusammenhalt fehlt. Unterschiedliche Interessen und gravierende Meinungsverschiedenheiten überlagern die Gemeinsamkeiten…

Angesichts solcher Unvereinbarkeiten erscheint die Befürchtung ziemlich unbegründet, dass die Eurasische Wirtschaftsunion die erste Stufe zur Wiederbelebung des untergegangenen russischen Imperiums ist.

Vielmehr darf man sie durchaus als die sachlich begründbare Institutionalisierung eines aus der Geschichte legitimierten Kooperationsverbandes verstehen, der wirtschaftlich Sinn ergibt – und der außerdem seit 2002 schon in der Organisation des Vertrages über Kollektive Verteidigung (OVKS) sicherheitspolitisch flankiert ist; Kasachstan beherbergt den russischen Weltraumbahnhof Baikonur, in Tadschikistan liegt eine russische Division, und in Kirgistan unterhält Moskau vier Stützpunkte.

Da außer Belarus alle Mitglieder der neuen Union mehr Handel mit der EU oder China treiben als mit Russland, wird es Putin auch schwerlich gelingen, sie gegen die Brüsseler Gemeinschaft in Stellung zu bringen. Selbst Moskau wird es schwer fallen, sich aus der vielfältigen Verflechtung mit Europa zu lösen…

Es kann nicht sein Ziel sein, Russland zur Tankstelle Chinas zu machen. Daher wäre es an der Zeit, ihn an die ursprüngliche Idee der Eurasischen Union zu erinnern, wie er sie selbst im Oktober 2011 in einem Iswestija-Artikel formuliert hat. Danach sollte die Union kein vom Westen abgeschottetes, Europa den Rücken zukehrendes Projekt sein, sondern der Partner der EU bei der Schaffung eines gemeinsamen Integrationsraumes, der sich, die europäischen und die pazifischen Märkte verbindend, von Lissabon bis zu den Kurilen erstreckt.

Warum diesen Gedanken nicht aufgreifen, dazu den vor einigen Jahren von Medwedew angeregten Gedanken einer überwölbenden Sicherheitsarchitektur für denselben Raum? In solch einem erweiterten Gesprächsrahmen ließe sich wohl am ehesten eine Regelung auch der ukrainischen Frage finden.

Eurasian Economic Union: Ambassador Vladimir Chizhov’s … interview with EUobserver

02.01.2015

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TTIP with the USA or closer to home with Eurasian Union? 13123untitled-1

Red/orange shows countries that are currently part of the Eurasian Commission — Russia, Belarus, Kazakhstan and Armenia
Pink shows the countries that are considered candidates to join the Eurasian Union: Tajikistan, and Kyrgyzstan.
Dark blue shows the 28 member states of the EU, including almost all of western Europe and much of the eastern side of the continent.
Light blue shows the states that are considered potential EU member states: including recognized candidates (Iceland, Macedonia, Montenegro, Serbia, and Turkey) and others that have either not applied yet or not had their applications recognized (Albania, Bosnia and Herzegovina, and Kosovo).
Green shows states that seem to have a choice between the European Union and the Eurasian Union: along with Ukraine, Georgia

Ambassador Vladimir Chizhov’s interview with EUobserver

Question: Regarding the launch of Eurasian Union on 1 Jan 2015, what will be the first concrete effect of the Union, e.g. a new building, secretariat, a new alignment in policy?

Ambassador Vladimir Chizhov: I find it strange to measure the importance of this event by referring to buildings and staff…Much more important is alignment of economic and trade policy. Immediate effect expected is considerable.

This is not only because the Customs Union was already created in 2011. Obviously, creation of the Eurasian Economic Union (EAEU) is the launching of a single burgeoning market. Even now we see an increase of internal trade since 2011 by 50%.

It has been decided that by 2016 there will be a single pharmaceutical market. Starting from 1 January 2015 a single market will be introduced in construction, retailing and tourism. Plans have been approved for creating single market in 40 other services sectors.

And of course from 1 January 2015 common customs tariffs will start working in Armenia and later on – in Kyrgyzstan with its accession to the EAEU anticipated in the beginning of May.

From the beginning of 2015 the Eurasian Economic Union will become a legitimate subject of international law following its proper registration at the UN.

 

Question: Do you think the Russian financial crisis could harm or delay the EAEU project?

Vladimir Chizhov: Russia has been wise enough to build substantial reserves to withstand the external pressure. It is a widespread mistake to say that the depreciation of the rouble was caused by western sanctions. The fall of exchange rate was primarily caused by oil price volatility and internal market speculations. Think historically. Look at the currency rate of euro compared with the dollar now and a year ago. Do you remember how many times the dollar was devalued since the 1960-s? Do you remember when French President Charles De Gaulle in those days sent a ship loaded with US dollars to America to change them into gold? And what was Washington’s reaction?

The situation with the rouble will be remedied. And we have to see the future of financial and energy markets in the long term. They are of no doubt in favour of Russia and Kazakhstan particularly.

 

Question: Is there any estimate of how much it will cost/save to create the EAEU?

Vladimir Chizhov: The costs of establishing an economic union comprising more than 180 million consumers with total GDP of more than 2.4 trillion USD are worth incurring. This is the same kind of rationale that was used by the founding fathers of the EU.

Now the Eurasian Economic Commission is finalizing a free trade agreement with Vietnam, contacts are being made with Israel, Turkey and India (on their initiative). It has been decided that a special working group will be established with Uzbekistan. Cooperation memoranda are in preparation with ASEAN and MERCOSUR. As a diplomat I see many advantages…

 

Question: What kind of future relations do you envisage between the EU and the EAEU e.g. a new trade treaty?

Vladimir Chizhov: Yes, of course. Our idea is to start official contacts between the EU and the EAEU as soon as possible. Chancellor Angela Merkel talked about this not long ago.

EU sanctions are not a hinder.

I think that common sense advises us to explore the possibility of establishing a common economic space in the Eurasian region. Including the focus countries of the Eastern Partnership. We all have common interest…

Do you believe it is wise to spend so much political energy on a free trade zone with the USA while you have more natural partners at your side, closer to home?… I am confident – the sooner we start a dialogue on the common economic space in Eurasia the better.

Hier finden Sie das Interview.

 

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