Russlands Arsenal für einen Dritten Weltkrieg

Michael Snyder

Das russische Militär wird derzeit grundlegend modernisiert. Dabei entwickeln die Russen einige unglaublich beeindruckende Offensiv- und Defensivsysteme – Waffen, die in einem künftigen Krieg mit den Vereinigten Staaten zum Einsatz kämen.                                           

WORLDS MOST POWERFUL NUCLEAR MISSILE ever built Russian SS-18 Satan can carry 10 Nuclear Bombshttps://www.youtube.com/watch?v=anpTiQMpOcY

Wer einen Dritten Weltkrieg gewinnen will, muss imstande sein, schnell zuzuschlagen und hart zuzuschlagen. Die Russen wissen das. In den USA dagegen stellt sich das Militär radikal um. Die Armee schwenkt um von den Denkweisen des Kalten Krieges, jetzt konzentriert man sich voll und ganz darauf, kleinere Regionalkriege führen zu können, im Nahen Osten oder sonst wo. Das ging zulasten der strategischen Streitkräfte Amerikas.

 Modernisiert wurde nur sehr wenig und in vielen unserer Raketensilos kommt Technik zum Einsatz, die lächerlich veraltet ist. So berichtet beispielsweise CBS News, dass in vielen unserer Raketensilos noch mit Acht-Zoll-Disketten gearbeitet wird. Änderung ist dabei nicht in Sicht.

Nach jetzigem Stand sollen die Interkontinentalraketen vom Typ »Minuteman«, mit denen das Militär seit den 1960er- und 1970er-Jahren arbeitet, noch bis 2030 im Einsatz bleiben.

Unter dem Strich bedeutet das: Die Russen bereiten sich fieberhaft auf einen Dritten Weltkrieg vor und wir nicht. Hier sind nur einige der hochmodernen Waffensysteme, die Russland beim nächsten globalen Krieg gegen die USA einsetzen wird:

Die Interkontinentalrakete »Sarmat«

Die meisten Amerikaner haben von der berühmt-berüchtigten Interkontinentalrakete SS-18 »Satan« gehört. Jetzt geht ihr Nachfolger an den Start, die Interkontinentalrakete »Sarmat«:

»Die Sarmat ist eine russische superschwere Interkontinentalrakete mit Flüssigkeitstriebwerk und Mehrfachgefechtskopf. Stand Anfang 2015 ist sie noch in der Entwicklungsphase, aber sie soll die bisher verwendeten Raketen vom Typ SS-18 Satan ablösen. Sarmat ist dafür ausgelegt, bis zu zehn schwere oder 15 leichtere Atomsprengköpfe zu tragen und/oder eine Kombination aus Sprengköpfen und massiven Abwehrmaßnahmen zur Bekämpfung der Raketenabwehrschilde. Einsatzbereit ist die Sarmat vermutlich um 2020, einige Quellen berichten jedoch, dass das Entwicklungsprogramm beschleunigt wurde und die Sarmat schon 2021 bis zu 80 Prozent des landgestützten russischen Atomwaffenarsenals ausmachen könnte.«

Wie man auf dem Foto sieht, sind diese Raketen gewaltig …

 

Die »Borei«-Atom-U-Boote

 

Noch beunruhigender als die »Sarmat«-Raketen sind die neuen Atom-U-Boote der »Borei«-Klasse, die Russland derzeit baut. Hier ein Auszug aus einem Artikel über den Stapellauf der »Wladimir Monomach«:

»Russland hat kürzlich nach mehrjähriger Entwicklung eines seiner sehr leisen Atom-U-Boote vom Stapel laufen lassen. Das auf den Namen Wladimir Monomachgetaufte Boot der Borei-Klasse wird betrieben von einem Atomreaktor der nächsten Generation, kann mehr als 360 Meter tief tauchen und ist mit bis zu 20 atomar bestückten Interkontinentalraketen bewaffnet.

Jede dieser Bulawa-Interkontinentalraketen trägt zehn abtrennbare Mehrfachsprengköpfe mit sogenannten Wiedereintrittskörpern, die über eine Sprengkraft von bis zu 150 Kilotonnen pro Sprengkopf verfügen. Glücklicherweise verliefen von nahezu 20 Versuchen bislang nur elf erfolgreich, aber das heißt nicht, dass man sich deswegen keine Sorgen machen sollte. Es waren die Mehrfachgefechtsköpfe, die den Kalten Krieg in seinen Grundfesten erschütterten, als sie in den 1970er-Jahren das erste Mal auftauchten.«

Beunruhigt ist man beim amerikanischen Militär vor allem darüber, wie leise diese U-Boote sind. Ineinem Artikel der Nachrichtenagentur RT heißt es, diese U-Boote sind angeblich »nahezu lautlos«

»Es gehört zu einer Klasse von atomar bewaffneten U-Boot-Kreuzern mit einer neuen Generation von Atomreaktor an Bord, der es dem U-Boot erlaubt, bis zu 480 Meter tief zu tauchen. Es kann bis zu drei Monate autonom navigieren und dank der jüngsten Fortschritte bei der Geräuschreduzierung ist es verglichen mit früheren U-Boot-Generationen nahezu lautlos.«

Und warum ist das ein Problem? Man stelle sich nur vor, dass russische Atom-U-Boote sich völlig unbemerkt unserer Küste nähern und von dort unsere Städte und Militärstützpunkte mit Raketen beschießen. Wir könnten ausgelöscht sein, noch bevor wir uns der Gefahr überhaupt bewusst wären.

 

Sie halten das für unwahrscheinlich? Dann lesen Sie mal diesen Auszug aus einem Artikel, denFox News bereits 2012 veröffentlicht hat:

»Ein russisches, mit Marschflugkörpern bewaffnetes Jagd-U-Boot hat mehrere Wochen unbemerkt im Golf von Mexiko operiert. Dass sich das Boot in der für die USA strategisch wichtigen Region aufgehalten hat, wurde erst im Nachhinein bestätigt, wie der Washington Free Beacon herausgefunden hat.«

Es ist erst das zweite Mal seit 2009, dass ein russisches Angriffs-U-Boot so nah vor der amerikanischen Küste patrouillierte. Wie sollen wir uns gegen sie zur Wehr setzen, wenn wir sie gar nicht erst aufspüren können? Hier ist ein Bild von einem dieser U-Boote.

 

 

Die U-Boot-gestützte Interkontinentalrakete Bulawa

 

Die Atom-U-Boote der »Borei«-Klasse werden mit atomar bestückten Raketen vom Typ »Bulawa« ausgestattet sein. Bei der Entwicklung dieser Rakete hatten die Russen einige Probleme zu bewältigen, aber die Hürden scheinen inzwischen größtenteils genommen. Hier eine Beschreibungdieser Raketen von globalsecurity.org:

»Die Bulawa (SS-NX-30) ist die U-Boot-gestützte Variante von Russlands modernster Interkontinentalrakete, der Feststoff-Rakete Topol-M (SS-27). Die SS-NX-30 ist ein weitgehend identischer Ableger der SS-27. Einzig die Reichweite fällt etwas kürzer aus, weil das Modell an einen Abschuss von U-Booten angepasst werden musste. Die SS-27 ist 21,9 Meter lang und damit deutlich zu groß, um in ein typisches U-Boot zu passen. Die größte russische Rakete, die bislang zum Abschuss auf U-Booten stationiert wurde, war die R-39/SS-N-20 Sturgeon mit einer Länge von 16 Metern. Aus russischen Quellen heißt es, die ballistische Rakete vom Typ Bulawa SS-N-30 könne zehn Sprengköpfe bis zu 8000 Kilometer weit transportieren. Andere Quellen geben sogar eine Reichweite von 10 000 Kilometern an. Weiter hieß es, die Bulawakönne einen 550-Kilotonnen-Sprengkopf tragen. Verzichtet man bei den Sprengköpfen auf Abschirmung und auf Täuschkörper, können die Raketen offenbar bis zu sechs Mehrfachsprengkörper tragen.«

Die »Bulawa« ist speziell dafür ausgelegt, Abfangmaßnahmen zu entgehen, und jeder Sprengkopf lässt sich unabhängig von den anderen steuern, damit gewährleistet ist, dass möglichst viele ihr Ziel intakt erreichen. Das hat Lieutenant Commander Tom Spahn von der US-Navy zu dem Thema zu sagen:

»Ähnlich wie die landgestützte Variante, die Topol-M SS-27, kann die Bulawa nach dem Start Ausweichmanöver durchführen, um Abwehrmaßnahmen der westlichen Raketenschilde zu entgehen. Zudem kann sie eine Reihe von Gegenmaßnahmen und Täuschkörpern einsetzen, um sich vor einem Abfangen zu schützen. Damit die zehn überschallschnellen und unabhängig steuerbaren Sprengköpfe ihr Ziel intakt erreichen, sind sie vor physischer Beschädigung oder elektromagnetischen Impulsen geschützt.«

 

Der Raketenzug »Bargusin«

 

Sind Atomraketen stationär untergebracht, beispielsweise in einem Raketensilo, kann man sie auch relativ einfach anvisieren. Strategisch ganz anders sieht das aus, wenn sich diese Raketen auf einer mobilen Plattform befinden. Mit diesem Hintergedanken bauen die Russen wieder einen Atomraketenzug

»Eine russische Militärquelle erläuterte die Fähigkeiten des Atomraketenzugs Bargusin. In fünf Jahren könnten fünf dieser mobilen Abschussplattformen in Betrieb genommen werden. Jede von ihnen trägt sechs RS-24-Raketen (TypJars).

Der Atomzug genauer gesagt BZRK, die russische Abkürzung für eisenbahngestützter Raketenkomplex ist eine mobile Transport- und Abschussplattform für Atomraketen. Ähnlich wie Atom-U-Boote lassen sich diese Züge in einem Präventivangriff nur schwer auslöschen, da sie mobil sind und sich als reguläre Güterzüge tarnen lassen.

Die Sowjetunion besaß zwölf derartige Züge, von denen jeder drei RT-23 Molodet(der NATO-Codename war SS-24 Scalpel) trug. Nachdem Russland und die USA 1993 das Start-2-Abkommen unterzeichneten, wurden die Züge aus dem Kampfeinsatz abgezogen und letztlich außer Dienst gestellt.

Vergangenes Jahr erklärte das russische Militär, derartige Züge wieder in Betrieb zu nehmen. Im Rahmen des neuen Start-Abkommen sind sie nicht länger verboten.«

Das Raketenabwehrsystem S-500

 

Zuguterletzt will ich noch auf ein sehr wichtiges Waffensystem eingehen, das ich kürzlich bereits in einem anderen Artikel erwähnt hatte. Die Rede ist vom Raketenabwehrsystem S-500 und esverschiebt das Machtverhältnis zwischen den USA und Russland nachhaltig.

Wenn es erst einmal vollständig in Dienst gestellt ist, wird das S-500-System unsere Interkontinentalraketen abfangen können. Das bedeutet, das Konzept vom »Gleichgewicht des Schreckens« gilt nicht mehr zwingend.

Können die Russen mit einem verheerenden und überraschenden Erstschlag den Großteil unserer Atomwaffen ausschalten und dann mit dem S-500 abfangen, was uns noch geblieben ist, verändert sich die Kosten-Nutzen-Rechnung eines Atomkriegs vollständig. Hier einige Informationen über das S-500, die military-today.com  zusammengeschrieben hat:

»Das S-500 ist keine modernisierte Version des S-400, sondern ein ganz neuer Entwurf. Es nutzt sehr viel neue Technologie und ist dem S-400 überlegen. Das System wurde mit der Aufgabe entworfen, Interkontinentalraketen abzufangen. Es soll eine Reichweite von 500 bis 600 Kilometern haben und Ziele auf einer Höhe von bis zu 40 Kilometern bekämpfen. Einigen Quellen zufolge kann das System fünf bis 20 ballistische Ziele verfolgen und fünf bis zehn gleichzeitig abfangen. Es kann Interkontinentalraketen bekämpfen, die sich mit einer Geschwindigkeit von fünf bis sieben Kilometern pro Sekunde fortbewegen. Anderen Berichten zufolge kann der Raketenschild auch Satelliten in niedriger Umlaufbahn bekämpfen. S-500 soll Moskau und die umliegenden Regionen schützen und löst den derzeitigen Raketenschild A-135 ab. Die S-500-Raketen werden nur gegen die wichtigsten Ziele zum Einsatz kommen, etwa Interkontinentalraketen, Awacs-Flugzeuge und Störflugzeuge.«

Leider halten es die meisten Amerikaner für absolut unvorstellbar und völlig ausgeschlossen, dass es zu einem Krieg mit Russland kommt. Infolgedessen werden die meisten Amerikaner auch den Sinn und Zweck solcher Artikel nicht verstehen.

In Russland dagegen ist die antiamerikanische Stimmung so stark wie nie zuvor. Viele der Kommentatoren und geistigen Eliten sind inzwischen überzeugt, dass ein heißer Krieg mit den USA unvermeidbar geworden sei.

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