Zusammenwirkung zwischen Russland und China als globaler Stabilitätsfaktor

25.06.2016
588d7-6a00e54fe5894d883401b8d1f7c3d9970c-piIn seinem Interview für die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat Wladimir Putin über die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Peking erzählt und die strategischen Linien für ihre Entwicklung skizziert. Geschäftskontakte zwischen den beiden Staaten könnten dem russischen Präsidenten zufolge in der Gründung einer russisch-chinesischen Freihandelszone münden.

Wirtschaft, Luftfahrt und Weltraum

„Experten haben es nämlich schwer, den heutigen Zustand unserer gemeinsamen Angelegenheiten zu definieren. Es hat sich herausgestellt, dass es falsch ist, bloß von einer strategischen Zusammenwirkung zu sprechen. Das reicht nicht aus. Deswegen sprechen wir immer öfter von einer allumfassenden Partnerschaft und einer strategischen Zusammenwirkung. Allumfassend heißt, dass wir in praktisch allen Hauptbereichen zusammenarbeiten. Und strategisch bedeutet, dass wir dieser Tatsache einen riesigen zwischenstaatlichen Wert beimessen“, erklärte der russische Staatschef.

Wladimir Putin wies darauf hin, dass die wirtschaftliche Kooperation zwischen Russland und China kontinuierlich zunehme. Obwohl der gesamte Warenumsatz zwischen den beiden Staaten konjunkturbedingt vorübergehend gesunken sei, habe sich dafür der Charakter der wirtschaftlichen Kontakte veredelt.

„Inzwischen gelingt es uns, die Hauptthemen zu lösen. Es gelingt uns, wesentliche Schritte in Richtung Veredelung der Struktur unseres Warenumsatzes zu tun… Der Umfang der technischen Erzeugnisse und Maschinen, die wir in die Volkrepublik China liefern, hat zugenommen. Das ist für uns äußerst wichtig. Wir haben diese Frage mit unseren chinesischen Partnern mehrere Jahre lang besprochen… Die wichtigste Richtung ist natürlich die Diversifizierung unserer Kontakte. Denn wir müssen ihnen einen edleren Charakter verleihen, das heißt der High-Tech-Sphäre in unseren Beziehungen mehr Aufmerksamkeit schenken“, meinte Putin.

Das Spektrum der gemeinsam umzusetzenden Projekte im Wirtschaftsbereich sei ziemlich breit. Ein guter Teil davon gehöre zum High-Tech-Bereich.

„Wir arbeiten an Weltraumprogrammen und im Luftfahrtbereich zusammen. Wir entwickeln ein Breitrumpfflugzeug und einen schweren Hubschrauber. Darüber hinaus arbeiten wir an Umweltschutzproblemen und setzen sehr ambitionierte Großprojekte im Energiebereich, darunter in der Atomenergie, fort“, teilte der russische Staatschef mit.

Aussichten für weitere Zusammenwirkung

Der Präsident hob einen deutlichen Zufluss an chinesischen Investitionen in den russischen Markt hervor. Das Unternehmertum aus dem Reich der Mitte sei nicht nur an Anlagen in den Rohstoffsektor sondern auch an der Entwicklung der Partnerschaft im Industriesektor und der Beteiligung an größeren Infrastruktur-Projekten interessiert.

„China erweitert seine Präsenz auf unserem Energiemarkt und ist ein großer Aktienhalter eines unserer bedeutenden Projekte – und zwar ʻLNG Jamalʼ. Es hat 10 Prozent Aktien an einer unserer führenden Chemieholdings – und zwar ʻSiburʼ – erworben. Wir begrüßen diese chinesischen Investitionen nicht nur aus dem Gesichtswinkel der Kapitalanlagen sondern auch aus dem Gesichtswinkel der Vertiefung unserer Partnerschaft. Nehmen wir als Beispiel das bekannte Projekt der Hochgeschwindigkeitsstrecke Moskau – Kasan: Die Bauarbeiten kommen sehr aktiv voran. Auf einigen Abschnitten werden die Züge eine Geschwindigkeit von bis zu 400 Kilometern pro Stunde erreichen können. Wir achten sehr auf diese Perspektiven, denn das kann der Beginn einer großen Zusammenarbeit in dem Infrastruktur-Bereich sein“, erklärte Wladimir Putin.

Wladimir Putin bemerkte, dass die Entwicklung der bilateralen Beziehungen auch auf der Ebene internationaler Organisationen verlaufe. Die Umsetzung des von China vorgeschlagenen Projektes „Wirtschaftsgürtel entlang der Seidenstraße“ sei auf dem Gipfel der Staatschefs der Eurasischen Wirtschaftsunion ins Gespräch gekommen. Dabei vergesse Russland auch seine eigenen Interessen nicht und sei bereit, das einheimische Unternehmertum zu schützen, so Putin.

„Natürlich denken wir auch an Interessen unserer einheimischen Warenerzeuger. Die allgemeine Meinung ist jedoch, dass die Generallinie der Entwicklung der Weltwirtschaft und unserer Zusammenarbeit mit China in einer allmählichen Aufhebung von allerlei Hindernissen für eine offene Zusammenarbeit besteht. Letzen Endes kann das auf der ersten Etappe zur Gründung einer Freihandelszone führen“, teilte der Präsident mit.

Die Zusammenarbeit an solchen Projekten ermögliche es, für die Kooperation eine Reihe von Ländern in der Region zu gewinnen.

„Wir werden Voraussetzungen dafür schaffen, was ich heute als Kooperation in Eurasien bezeichnet habe. Immer mehr Länder der Region bekunden nämlich ihr Interesse an unserer Zusammenwirkung. Dabei streben wir keineswegs danach, geschlossene handelswirtschaftliche Gruppierungen zu gründen“, erklärte der Präsident.

Russisch-chinesische Kooperation in internationaler Arena

Im Laufe des Interviews brachte Wladimir Putin außerdem die Bedeutung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit zur Sprache und wies auf eine bedeutende Evolution dieser Organisation hin. Ihr Ansehen nehme weltweit zu. Die russisch-chinesische Zusammenarbeit sei ein wichtiger globaler Faktor, der viele internationale Probleme lösen könne.

„Allein die Tatsache, dass China und Russland heute in der internationalen Arena interagieren, sei ein Stabilitätsfaktor in internationalen Angelegenheiten. Neben der Kooperation in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, arbeiten wir in der BRICS-Gruppe zusammen, die wir in der Tat zusammen ins Leben gerufen haben. Wir arbeiten auch in der UNO aktiv zusammen. Ich erlaube es mir, darauf hinzuweisen, dass eben unser Land (damals noch die UdSSR) sein Bestes getan hat, damit die Volksrepublik China den gebührenden Platz unter den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates einnahm. Wir haben immer geglaubt, dass das der Platz der Volksrepublik China ist. Wir freuen uns heute sehr darüber, dass es so passiert ist, weil unsere Gesichtspunkte zu internationalen Angelegenheiten sehr nah sind oder zusammenfallen, wie dies die Diplomaten zu sagen pflegen. Diese Übereinstimmung der Gesichtspunkte wird durch konkrete Arbeit auf technischem Niveau gestärkt. Wir sind ständig in Kontakt und beraten uns über globale und regionale Probleme. Da wir uns für enge Verbündete halten, hören wir immer auf einander und berücksichtigen beiderseits unsere Interessen“, sagte der russische Präsident.

mehr lesen:
https://deutsch.rt.com/international/39110-wladimir-putin-zusammenwirkung-zwischen-russland/

 

One Belt, One Road: Präsident Wladimir Putin besucht China

23.06.2016

Am Wochenende wird der russische Präsident bereits zum 13. Mal mit Xi Jinping zusammentreffen. In den letzten Jahren haben sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern deutlich intensiviert. Im Mittelpunkt stehen Infrastrukturen und Energiebeziehungen. Mit den chinesischen Investitionen können die Unternehmen Russlands zu größten Teilen die Folgen der Finanzsanktionen durch den Westen abfangen. China intensiviert seine Projekte im Rahmen der „One Belt, One Road“-Initiative.

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Russland will Anteile des Erdölriesens Rosneft an China und Indien verkaufen

Im Mittelpunkt der Gespräche werden der Handel und die wirtschaftliche Entwicklung stehen. Die russische Wirtschaft sucht seit zwei Jahren aktiv nach alternativen Quellen für Investitionen. Auf staatlicher Ebene bestehen enge Kooperationen in den Bereichen Forschung und Technologie sowie bei kulturellen Beziehungen.

Seit dem dritten Gipfeltreffen der BRICS-Staaten im Jahr 2011 entwickeln sich zwischen beiden Ländern zunehmend engere Beziehungen. Besonders zwischen Putin und seinem Partner auf der chinesischen Seite scheint die Chemie zu stimmen.

Seitdem Xi Jinping im Jahr 2013 sein Amt antrat, hat er Russland bereits fünf Besuche abgestattet. Im selben Zeitraum reiste Wladimir Putin drei Mal nach China. Alles in allem trafen die beiden in den letzten drei Jahren zwölf Mal zusammen. Damit handelt es sich bei Putin um den ausländischen Staatschef, den Xi Jinping am häufigsten getroffen hat.

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Eisenbahnbau: Hochgeschwindigkeitsnetz soll Transportwege zwischen China und Russland verkürzen

Gerade in der vergangenen Woche unterzeichneten russische Unternehmen eine Reihe von Geschäften mit China auf dem Petersburger Wirtschaftsforum. Viele davon zielen darauf ab, die Transportkorridore sowohl innerhalb von Russland, als auch zwischen China und Russland zu stärken. Alleine 600 Millionen Dollar werden beide Länder investieren, um China mit dem russischen Pazifikhafen Zarubino zu verbinden.

Dort wird eine Hochgeschwindigkeitsbahn nach dem Vorbild des „California Hyperloop“ entstehen. Außerdem beteiligen sich chinesische Unternehmen daran, die konventionelle Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Moskau und Kazan auszubauen. Die Formalien für beide Verträge sollen vermutlich auf dem Östlichen Wirtschaftsforum im September abgeschlossen werden.

China intensiviert damit seine Projekte im Rahmen der „One Belt, One Road“-Initiative, die eine Landverbindung über Russland nach Europa ermöglichen soll. Beide Länder engagieren sich intensiv in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Dazu gehören neben China und Russland genau diejenigen Staaten, die an der „Neuen Seidenstraße“ liegen: Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Noch in dieser Woche sollen zudem Indien und Pakistan in den Kreis aufgenommen werden.

Neue Seidenstraße versus TTIP: China baut massiv seinen wirtschaftlichen Einfluss in Europa aus

Für beide Länder stehen neben den Infrastrukturen natürlich die Energiebeziehungen im Mittelpunkt. Erst im April haben beide Länder für das russische Flüssiggasprojekt auf der Jamal-Halbinsel einen Kreditvertrag mit chinesischen Banken im Wert von mehr als 12 Milliarden Dollar unterzeichnet.

Die Darlehen mit einer Laufzeit von 15 Jahren setzen sich zusammen aus einer Finanzierung von 10,6 Milliarden Dollar von der Export-Import Bank of China und weiteren 1,5 Milliarden von der China Development Bank. Damit ist der externe Finanzierungsbedarf des Projekts voll gedeckt.

Für das technologische Zukunftsprojekt bedeutet dieser Abschluss einen Durchbruch. Ursprünglich hatte das Yamal-LNG-Projekt wortwörtlich auf Eis gelegen, weil infolge der westlichen Sanktionen der Zugang zu westlichen Kapitalmärkten versperrt war. Die Kredite ermöglichen es, bis zum nächsten Jahr mit der Herstellung von verflüssigtem Erdgas zu beginnen. Russland hält die größten Erdgasreserven der Welt und Chinas Nachfrage nach Erdgas wächst rasant. Schon jetzt ist Russland der größte Lieferant für Erdöl für China

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https://deutsch.rt.com/international/39066-one-belt-one-road-prasident/

 

 

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