USA gaben seit dem 11. September 2001 fast 5 Billionen Dollar für Kriege aus

17. September 2016
Von Bill Van Auken

Ein neuer Bericht der Brown University beziffert die Ausgaben Washingtons seit dem 11. September 2001 für die Kriege, die es unter dem Vorwand des Kampfs gegen den Terror geführt hat, auf nahezu fünf Billionen Dollar. Daran zeigt sich erneut, was für einen schrecklichen Preis die arbeitende Bevölkerung in den USA und weltweit für die Verbrechen des US-Imperialismus bezahlt.

Der Bericht erschien zum 15. Jahrestag des 11. September. In Afghanistan befinden sich 15 Jahre nach der Invasion der USA immer noch 10.000 amerikanische Soldaten, im Irak etwa 6.000. Hunderte Spezialeinsatzkräfte wurden nach Syrien gebracht, wo die USA den Sturz des Assad-Regimes anstreben. Dafür sind sie eine de-facto-Allianz mit dem dortigen Ableger des al-Kaida-Netzwerks eingegangen, gegen das der Krieg seit 15 Jahren vorgeblich in erster Linie geführt wird.

Die finanziellen Belastungen durch die Kriege sind atemberaubend und kaum vorstellbar. Der Autor des Berichts, Professor Neta Crawford von der Boston University, ordnet sie aber korrekt in den viel größeren und noch erschreckenderen Kontext ein: Die militärischen Operationen des US-Militärs, die eine tiefe Blutspur und massive Zerstörung hinterlassen haben.
„Die Bürden eines Krieges können durch eine zahlenmäßige Auflistung nicht vollständig erfasst werden. Das Leiden der Zivilisten, ihre Vertreibung durch Gewalt, die getöteten und verwundeten Soldaten, die Kinder, die Jahre später auf Straßen und Feldern spielen, wo ihnen Gefahr durch Sprengfallen und Streubomben droht – Zahlen allein können die menschlichen Opfer der Kriege im Irak und Afghanistan nicht vermitteln. Sie erklären auch nicht, wie sich diese Kriege auf die Nachbarländer Syrien und Pakistan ausgedehnt haben und in den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten in Form von verwundeten Veteranen angekommen sind.“
Einige dieser menschlichen Opfer können in Zahlen ausgedrückt werden, die Entsetzen hervorrufen.

Die US-Invasion 2003 kostete über eine Million Iraker das Leben, mehr als 12 Millionen Menschen flohen aus den von den USA zerstörten Ländern: Afghanistan, Irak, Pakistan und Syrien. Beinahe 7.000 US-Soldaten starben im Irak und in Afghanistan und eine annähernd gleiche Zahl an Söldnern. 52.000 sind nach offiziellen Zahlen im Kampf verwundet worden. Weitere Hunderttausende, die unerwähnt bleiben, und die an Schädel-Hirn-Traumata, dem posttraumatischen Belastungssyndrom (PTSD) und anderen psychischen Problemen leiden, sind Opfer von Mehrfacheinsätzen in schmutzigen Kriegen.

In den Gesamtkosten der US-Kriege sind die 1.7 Billionen Dollar enthalten, die der Kongress direkt für sogenannte Kriseneinsätze im Ausland (Overseas Contingency Operations, OCO) bereitgestellt hat. Dieser Betrag kommt noch zu dem Basisbudget des Pentagon hinzu, das für die Fiskaljahre 2001-2016 insgesamt bei etwa 6.8 Billionen Dollar liegt.
Durch die Deklarierung dieser Kriege als OCOs hat der US-Kongress unter Bush wie unter Obama so getan, als wären es unvorhersehbare Krisensituationen gewesen, die im Haushalt der Regierung nicht berücksichtigt werden konnten, selbst wenn sie bereits über eineinhalb Jahrzehnte andauern. Über diese Kriege wird daher nicht wie üblich Rechenschaft im Haushalt abgelegt, und ihre Finanzierung wird nicht durch Steuern oder andere Abgaben belegt.
Neben den Kosten dieser Direktfinanzierung nennt der Bericht auch die Kosten für die medizinische Versorgung der Soldaten und die Behindertenhilfe, Zuteilungen an das Heimatschutzministerium, Zinsen für bewilligte Kriegsmittel für das Pentagon und künftige Pflegekosten für Veteranen.
Dieser letztgenannte Posten beläuft sich nach Schätzungen auf mindestens eine Billion Dollar von heute bis 2053. Einige beunruhigende Zahlen zeigen, auf welcher Grundlage diese Schätzung beruht.
Bis Ende 2015 mussten sich aufgrund ihrer im Kampf erlittenen Verletzungen mehr als 1600 Soldaten, die im Irak und in Afghanistan zum Einsatz kamen, größeren Amputationen an Gliedmaßen unterziehen. Bis 2014 waren bei 327.000 Veteranen dieser Kriege Schädel-Hirn-Traumata diagnostiziert worden. Von den 2.7 Millionen, die bis 2014 in Kriegsgebiete verlegt wurden, wurde bei 700.000 eine mindestens 30-prozentige Behinderung diagnostiziert.
Der Bericht zeigt auf, dass das Ressort Veteran Affairs das am schnellsten wachsende Ressort in der US-Regierung ist. Die Zahl seiner Mitarbeiter ist seit 2001 auf 350.000 gestiegen und hat sich damit fast verdoppelt. Doch einem anderen aktuellen Bericht zufolge „fehlt es immer noch an der finanziellen Ausstattung, um Tausende Ärzte und Krankenschwestern einzustellen, und für dringend nötige Sanierungsarbeiten an Krankenhäusern und Kliniken.“
Wenn der Kongress die Finanzierung für Kriege nicht ändert, dann wird nach Schätzung des Berichts die Zinsbelastung für bewilligte Finanzmittel für Kriegseinsätze aus dem Fiskaljahr 2013 bis 2053 auf schwindelerregende 7.9 Billionen Dollar steigen, selbst im Fall der Beendigung der Kriege. Diese Kosten müssen noch hinzugerechnet werden.
Der Bericht blickt zurück auf die Tage, als die Bush-Regierung den Angriffskrieg gegen den Irak vorbereitete. Der oberste Wirtschaftsberater der Regierung, Lawrence Lindsey, erntete harsche Kritik, weil er die „Obergrenze“ der Kriegskosten auf 100 bis 200 Milliarden ansetzte. Angefangen von Donald Rumsfeld, dem Verteidigungsminister, bis zu Demokraten im Repräsentantenhaus, die von etwa 50 Milliarden ausgingen, wurde diese Schätzung durch die Bank zurückgewiesen. Jetzt wissen wir, dass die wirklichen Kosten etwa um den Faktor 100 zu gering eingeschätzt wurden.
In diesen Kriegen, in der kriminellen Energie, mit der sie angezettelt und geführt wurden, und in der Art ihrer Finanzierung kommen der Finanzparasitismus und die gesellschaftlich zerstörerischen Formen der Spekulation zum Ausdruck, die im Funktionieren des amerikanischen Kapitalismus als Ganzem allgegenwärtig sind.
Die herrschende Klasse Amerikas hoffte, die Ablehnung des Militarismus in der Bevölkerung zu schwächen, indem sie die Kosten der Kriege „aus der Bilanz“ nahm und ihre Kriege mit einer Armee führt, die „ausschließlich aus Freiwilligen“ besteht.
Der neue Bericht geht nicht auf die weitergehenden Folgen der Kriege für die Wirtschaft und den Lebensstandard breiter Schichten der amerikanischen Arbeiterklasse ein. Eine eher konservative Schätzung der Harvard University vor zwei Jahren bezifferte die Kosten der Kriege im Irak und in Afghanistan auf 75.000 Dollar pro amerikanischem Haushalt.
Dabei verwies sie auch auf frühere Studien, aus denen hervorging, dass die Kriege zehntausende Arbeitsplätze zerstörten und zu einem deutlichen Rückgang von Investitionen in die Infrastruktur führten. Mit den gewaltigen Ressourcen, die zum Töten und Zerstören im Nahen Osten und Zentralasien verwendet werden, hätten die 3.32 Billionen Dollar aufgebracht werden können, die nach Angaben der American Society of Civil Engineers (ASCE) in den nächsten zehn Jahren nötig sind, um die maroden Häfen, Highways, Brücken, Züge und die Wasser- und Elektrizitätsversorgung instand zu halten; auch die 1.26 Billionen Dollar Schulden, die auf Studenten lasten, hätten vollständig zurückgezahlt werden können, und es wäre sogar noch Geld übrig geblieben.
Doch die gewählten Vertreter beider großen kapitalistischen Parteien behaupten bis heute, dass kein Geld für Arbeitsplätze, vernünftige Löhne, Bildung, Gesundheit und andere Grundbedürfnisse vorhanden ist. Gleichzeitig kennen sie keine Ausgabengrenzen für Militarismus und Krieg. Durch drastische Sparmaßnahmen zwingen sie die Arbeiterklasse, die Rechnung dafür zu bezahlen.
Der menschliche und finanzielle Tribut, den die Kriege der letzten fünfzehn Jahre gefordert haben, stellt nur einen Vorgeschmack auf die drohende globale Katastrophe dar. Der US-Imperialismus bereitet viel größere Kriege vor, und richtet seine militärischen Aktivitäten immer stärker und direkter gegen die Nuklearmächte Nummer zwei und drei, China und Russland.

https://www.wsws.org/de/articles/2016/09/17/wars-s17.html

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Nie wieder Krieg! QUO VADIS EUROPA?

„Globalisierung zähmen und die Früchte ernten“

Bremen, April 2007

Franz Bernhard Nolte

http://www.globalisierung-zaehmen.de/

umschlag

 

Gedanken zum Kalten Krieg

13.08.2016
Dr. Paul Craig Roberts

Der Kalte Krieg begann unter der Präsidentschaft Harry Trumans und dauerte unter den Präsidenten Eisenhower, Kennedy, Johnson, Nixon, Ford und Carter (1977-81) weiter an. Erst in Reagans zweiter Amtszeit verständigten sich Reagan und der russische Staats- und Regierungschef Gorbatschow darauf, dass dieser Konflikt gefährlich, zu teuer und sinnlos sei.

Aber der Kalte Krieg ruhte nicht lange – lediglich von den letzten Tagen der zweiten Amtszeit Reagans (1989) bis zum Ende der vierjährigen Amtszeit George H. W. Bushs (1993).

In den 1990er-Jahren entfachte Präsident Bill Clinton den Kalten Krieg aufs Neue, als er das Versprechen Amerikas brach, die NATO nicht nach Osteuropa auszuweiten.

Sein Nachfolger George W. Bush heizte den erneuerten Kalten Krieg weiter an, indem er einseitig den ABM-Vertrag aufkündigte.

Und Präsident Obama verstärkte den Kalten Krieg mit seiner unverantwortlichen Kriegsrhetorik sowie der Stationierung amerikanischer Abwehrraketen an der russischen Grenze und dem Sturz der legitimen ukrainischen Regierung….

Der Kalte Krieg war sinnlos, sieht man einmal davon ab, dass er den Interessen der Dulles-Brüder und des Militär- und Sicherheitskomplexes diente. Die sowjetische Regierung strebte anders als die heutige amerikanische Regierung keine weltweite Vorherrschaft an. Stalin hatte nach dem Tode Lenins die Doktrin »Aufbau des Sozialismus in einem Land« durchgesetzt und war mit Säuberungen gegen die Trotzkisten vorgegangen, die immer noch von der Weltrevolution träumten. Der chinesische Kommunismus sowie der Kommunismus in Osteuropa waren nicht die Folge der früheren sowjetischen Ideologie der »permanenten Revolution« und des »internationalen Kommunismus«. Mao Tse-tung war ein eigenständiger Politiker, und die Sowjetunion betrachtete Osteuropa als Puffer gegen einen feindlichen Westen, aus dem die Rote Armee die Nazis vertrieben hatte.

In den 50er- und 60er-Jahren wurde die »rote Gefahr« ähnlich wie die heutige »Bedrohung durch islamischen Terror« dazu eingesetzt, die Öffentlichkeit ohne lange Diskussion oder Kenntnis der Lage auf eine bestimmte Agenda einzuschwören. Der Nordvietnamese Ho Chi Minh (1890-1969) kämpfte gegen den Kolonialismus und stand an der Spitze einer nationalistischen Bewegung. Er war kein Agent des internationalen Kommunismus, aber John Foster Dulles machte ihn dazu und forderte, Ho Chi Minh müsse um jeden Preis gestoppt werden, denn ansonsten drohe aufgrund der sogenannten »Domino-Theorie« ganz Südostasien in die Hände des Kommunismus zu fallen. Vietnam gewann den Krieg, der von 1955 bis 1975 andauerte, betrieb dann aber in Südostasien keineswegs die aggressive Politik, die Dulles dem Land unterstellt hatte.

Ho hatte die amerikanische Regierung sogar um Unterstützung gegen die französische Kolonialmacht gebeten, die damals Indochina beherrschte. Als er von Washington zurückgewiesen wurde, wandte er sich an die Sowjetunion. Hätte Washington der französischen Regierung eindeutig klargemacht, die Zeit der Kolonialherrschaft sei endgültig vorbei und Frankreich müsse Indochina räumen, hätte die Katastrophe des Vietnamkrieges verhindert werden können. Aber imaginäre Bedrohungen, die den Partikularinteressen einzelner Gruppen dienen, müssen heute wie damals als Angstmacher und Rechtfertigung herhalten. Washington ist wie viele andere Länder zum Opfer seiner eigenen imaginären Monster geworden.

Die NATO verlor schon bald ihre Existenzberechtigung. Die sowjetische Regierung hatte in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg genug damit zu tun, ihre Herrschaft über ein rebellisches Osteuropa aufrecht zu erhalten, und dachte nicht im Traum daran, in Westeuropa einzumarschieren. Die Sowjetunion sah sich 1953 mit dem Aufstand in der damaligen DDR und drei Jahre später mit den Unruhen in Polen und Ungarn konfrontiert. Die UdSSR hatte im Zweiten Weltkrieg ungeheure Verluste an Menschenleben erlitten [27 Millionen Menschen] und war auf die verbleibenden Arbeitskräfte angewiesen, um den Wiederaufbau meistern zu können.

Die Besetzung Westeuropas lag weit außerhalb der sowjetischen Möglichkeiten. In der Nachkriegszeit waren die französischen und italienischen Kommunisten einflussreiche politische Kräfte, und Stalin konnte hoffen, dass eine kommunistische Regierung in Frankreich oder Italien zum Auseinanderbrechen des europäischen Empires Washingtons führen würde. Aber diese Hoffnung wurde durch die Operation Gladio zerstört.

Es gab den Kalten Krieg, weil er den Interessen der Dulles-Brüder diente und dem Militär- und Sicherheitskomplex Machtzuwachs und gigantische Gewinne verschaffte. Das sind die einzigen Gründe für den Kalten Krieg.

Der nun wieder angefachte neue Kalte Krieg ist sogar noch sinnloser als der erste. Russland arbeitete eng mit dem Westen zusammen, und die russische Volkswirtschaft war als Rohstofflieferant fest in den Westen integriert. Washington war es gelungen, die russische Regierung von den »Vorzügen« einer neoliberalen Wirtschaftspolitik zu überzeugen. Das eigentliche Ziel dahinter bestand aber darin, die russische Wirtschaft ausschließlich auf die Rolle eines Rohstofflieferanten für den Westen zu reduzieren. Russland zeigte kein Interesse, sich territorial auszuweiten, und seine Militär- und Rüstungsausgaben fielen gering aus.

Dieser neue Kalte Krieg ist das Werk einer Handvoll neokonservativer Fanatiker, die in ihrer Verblendung der Überzeugung anhängen, die Geschichte habe die USA dazu auserwählt, die Weltherrschaft zu erringen. Einige dieser Neokonservativen sind die Söhne früherer Trotzkisten, und sie hängen der gleichen romantischen Auffassung von Weltrevolution an – diesmal allerdings unter »demokratisch-kapitalistischer« und nicht unter »kommunistischer« Flagge.

In gewisser Hinsicht ist dieser neue Kalte Krieg sehr viel gefährlicher als sein Vorgänger, da sich die entsprechende Kriegsdoktrin der Atommächte verändert hat. Atomwaffen gelten nicht länger als »Vergeltungswaffen«. Das Konzept des »Gleichgewichts des Schreckens« (das englische Akronym »MAD« bedeutet »gegenseitig zugesicherte Vernichtung«) lieferte eine Garantie, dass Atomwaffen nicht zum Einsatz kommen würden, weil dies die eigene Vernichtung bedeutet hätte. In der neuen Nukleardoktrin wurden Atomwaffen zu Erstschlagswaffen im Rahmen eines präemptiven Atomangriffs »aufgewertet«.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund für die größere Gefährlichkeit des neuen Kalten Krieges: Während des ersten Kalten Krieges waren die amerikanischen Präsidenten bemüht, die Spannungen zwischen den Atommächten abzubauen. Aber unter den Regierungen unter den Präsidenten Clinton, George W. Bush und Obama sind die Spannungen dramatisch angestiegen. William Perry, Verteidigungsminister (1994-97) unter Bill Clinton, sprach vor Kurzem von der Gefahr, ein Atomkrieg könnte aufgrund eines Fehlalarms wegen eines fehlerhaften Computerchips ausgelöst werden.

Wenn es in der Vergangenheit zu derartigen Zwischenfällen kam, verhinderten die fehlenden Spannungen in den Beziehungen zwischen den Atommächten, dass die Regierungen auf beiden Seiten dem Fehlalarm Glauben schenkten und auf den roten Knopf drückten. Heute stehen wir vor einer veränderten Situation. Angesichts der ständigen Vorwürfe, Russland stehe kurz davor, irgendwo einzumarschieren, der Dämonisierung Putins als eines »neuen Hitlers« und nicht zuletzt des Aufmarschs von Streitkräften der USA und der NATO an der russischen Grenze liegt ein solcher Fehlalarm mit verheerenden Konsequenzen durchaus im Bereich des Möglichen.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Auseinanderfallen des Warschauer Paktes verlor die NATO ihre Existenzberechtigung. Aber es hingen zu viele Karrieren, Haushaltsmittel und Rüstungsprofite von der NATO ab. Die Neokonservativen vereinnahmten die NATO zur Verschleierung ihrer Politik und als militärische Hilfstruppe für ihre Weltherrschaftsbestrebungen. Heute wird die NATO dazu instrumentalisiert, ganz Europa zum Komplizen der Kriegsverbrechen Washingtons zu machen. Und als Mittäter können sich die europäischen Regierungen nicht gegen die USA wenden und ihnen Kriegsverbrechen vorwerfen.

Andere Mächte sind zu schwach, um etwas ausrichten zu können. Trotz seiner ungeheuren Verbrechen gegen die Menschlichkeit stellt sich der Westen weiterhin als »Licht der Welt«, als Verteidiger der Gerechtigkeit, der Menschenrechte und der individuellen Freiheits- und Bürgerrechte dar. Dieses Ansehen genießt der Westen trotz der Aufhebung der Bürger- und Freiheitsrechte, wie sie in der »Bill of Rights« formuliert sind, und polizeistaatlicher Unterdrückung im Inneren weiterhin.

Schon lange repräsentiert der Westen nicht mehr die Werte, von denen die Welt durch eine Art Gehirnwäsche überzeugt wurde, dass er sie verkörpere. Es gab z.B. keinerlei Notwendigkeit, japanische Städte 1945 mit Atombomben anzugreifen. Japan hatte schon längst seine Bereitschaft zur Kapitulation signalisiert. Der einzige Grund für die Ablehnung der amerikanischen Forderung nach bedingungsloser Kapitulation war der dringende japanische Wunsch, den Kaiser vor einer Hinrichtung aufgrund von Kriegsverbrechen zu bewahren, auf die er keinen Einfluss hatte.

Wie die gegenwärtige britische Königin verfügt der japanische Kaiser über keinerlei politische Macht und diente lediglich als Symbol für die japanische Einheit. Japans führende Politiker und Militärs befürchteten damals, die Einheit Japans zerbräche, wenn das Kaisertum als Symbol dieser Einheit abgeschafft werde. Natürlich waren die Amerikaner zu ignorant, um diesen Umstand zu verstehen. Und so gab der eigentlich unbedeutende Truman, der erst nach seinem Scheitern als Mitinhaber eines Herrenausstattergeschäfts zur Politik kam und aufgrund seiner Bedeutungslosigkeit oft herablassend behandelt worden war, von seiner eigenen Macht und dem Wunsch nach Ruhm geblendet, den Befehl, die beiden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abzuwerfen.

Die über Japan abgeworfenen Atombomben besaßen eine enorme Zerstörungskraft von etwa 13 Kilotonnen TNT. Aber die später entwickelte Wasserstoffbombe besaß ein Vielfaches dieser Zerstörungskraft (mehrere Millionen Tonnen TNT-Äquivalent). Der Einsatz derartiger Waffen birgt die Gefahr, alles Leben auf der Erde zu vernichten.

Donald Trump hat die einzige hoffungsvolle Botschaft dieses Wahlkampfes verkündet, als er die Existenz der NATO und den künstlich inszenierten Konflikt mit Russland infrage stellte. Wir wissen nicht, ob wir ihm glauben können oder ob seine Regierung diese Idee politisch umsetzen würde. Aber wir wissen genau, dass Hillary »Hitlery« Clinton eine extreme Kriegstreiberin, eine Agentin der Neokonservativen, des Militär- und Sicherheitskomplexes, der Israel-Lobby sowie der angeblich »systemrelevanten« Großbanken, der Wall Street und praktisch aller ausländischen Interessen ist, die bereit sind, der Clinton-Stiftung ein paar Millionen Dollar zu spenden oder ihr ein sechsstelliges Honorar für eine Rede zu zahlen.

Hillary Clinton bezeichnete den russischen Präsidenten Wladimir Putin als die »größte Bedrohung überhaupt« und als »neuen Hitler«. Damit erlaubt die Situation keinen Zweifel mehr: Eine Stimme für Hillary Clinton ist eine Stimme für Krieg. Trotz dieser offensichtlichen Tatsache unternehmen die amerikanischen Medien alles in ihrer Macht Stehende, um Trump zu vernichten und Hillary Clinton zur neuen amerikanischen Präsidentin zu machen.

Was verrät uns das über die Intelligenz der »alleinigen Supermacht« der Welt, des »unverzichtbaren Landes« und der »außergewöhnlichen, mit niemandem zu vergleichenden Nation«? Es macht uns klar, dass diese Leute dumm wie Bohnenstroh sind. Sie sind Geschöpfe, gefangen in ihrer eigenen Matrix, die von ihren eigenen Propagandisten geschaffen wurde. Die heutigen Amerikaner fühlen sich von imaginären und nicht realen Bedrohungen umgeben.

Russen und Chinesen sehen sich mit einer Bevölkerung konfrontiert, die so gehirngewaschen und so ignorant ist, dass sie keinen positiven Beitrag zum Frieden mehr leisten kann. Und deshalb rechnen sie, die Russen und Chinesen, mit einem bevorstehenden Krieg und bereiten sich entsprechend darauf vor.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/dr-paul-craig-roberts/einige-gedanken-zum-kalten-krieg.html

China positioniert Raumlabor im All
16.09.2016
Es ist zehn Meter lang und soll bald Besuch von zwei Raumfahrern bekommen: China hat ein neues Raumlabor ins All geschossen. Das Manöver gilt als Vorbereitung für den Bau einer eigenen Raumstation.

Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 2F“ hat das zweite chinesische Raumlabor „Tiangong 2“ ins All gebracht. Der Start vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi im Nordwesten des Landes verlief normal, wie die Bodenkontrolle berichtete.

Erfolgreich breitete das Raumlabor wenige Minuten später seine Solarsegel im All aus. Der „Himmelspalast“ soll in einer Umlaufbahn in 393 Kilometer Höhe positioniert werden.

Der Flug des 8,5 Tonnen schweren Raumlabors dient der Vorbereitung für den Bau und Betrieb einer eigenen chinesischen Raumstation, die um 2022 fertig werden soll. Sollte die Internationale Raumstation (ISS) tatsächlich 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China danach die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. Chinas Raumstation dürfte mit rund 60 Tonnen aber deutlich kleiner sein als die ISS mit ihren 240 Tonnen.

Atomuhr im All

In dem neuen chinesischen Raumlabor können sich zwei Raumfahrer aufhalten. Zudem hat „Tiangong 2“ eine höhere Ladekapazität als das Vorgängermodell und lässt sich erstmals auftanken. Die Raumfahrer sollen es bequemer haben und sogar Fernsehprogramme von der Erde empfangen können. Es gibt auch einen zweiten Dockmechanismus und bessere Steuerungssysteme.

An Bord des neuen Raumlabors befindet sich die weltweit erste „kalte“ Atomuhr im All (Cacs). Nach Angaben von Wissenschaftlern variiert eine solche Präzisionsuhr nur eine Sekunde alle 30 Millionen Jahre, wodurch sich Schwankungen bei Experimenten im All besser entdecken lassen.

Die Zeitmessung in der Schwerelosigkeit soll sogar akkurater sein als die der bisher präzisesten Atomuhr im US-Institute of Standards and Technology in Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Auch Chinas Satellitennavigationsnetz Beidou soll genauer werden. „Es wird militärische und zivile Anwendungen geben“, zitierte die „South China Morning Post“ in Hongkong den beteiligten Wissenschaftler Xu Zhen.

Bemannter Flug

Für Oktober ist ein bemannter Raumflug mit zwei Raumfahrern geplant, die an das neue Raumlabor andocken und darin erstmals 30 Tage arbeiten sollen. Die Taikonauten sollen medizinische, biologische und physikalische Experimente machen sowie Ausrüstung und Reparaturen testen.

„Es ist die bisher höchste Zahl an Experimenten aller bemannter Flüge“, sagte Vizedirektorin Wu Ping vom bemannten Raumfahrtprogramm laut Nachrichtenagentur Xinhua. Zur Sicherheit soll ein kleiner, 40 Kilogramm schwerer „Banxing-2“-Satellit das Raumlabor umkreisen. Er soll unter anderem Aufnahmen machen, aber auch vor Weltraumschrott warnen.
Einmal tanken, bitte

Im April 2017 soll das erste Frachtschiff „Tianzhou 1“ (Himmlisches Schiff) folgen, um Material zu liefern und das Raumlabor aufzutanken. Es wird Chinas erster unbemannter, robotergesteuerter Nachschubflug. „Tianzhou 1“ soll auf der neuen, leistungsfähigeren Rakete „Langer Marsch 7“ ins All gebracht werden. Der neue Raketentyp hob im März erstmals erfolgreich vom Raumfahrtzentrum Wenchang in Hainan ab, womit der vierte Weltraumbahnhof in der Nähe des Äquators eingeweiht wurde.

„Tiangong 2“ soll mindestens zwei Jahre in Betrieb bleiben. Es ist mit 10,4 Meter Länge und 3,35 Meter maximalem Durchmesser so groß wie sein Vorgänger, der im September 2011 gestartet worden war.

China verfolgt ein ambitioniertes Raumfahrtprogramm, das auch den Mond und den Mars im Auge hat.

jme/dpa

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/tiangong-2-china-positioniert-raumlabor-im-all-a-1112600.html#ref=rss

Washington treibt nicht nur mit Russland Machtspielchen, sondern jetzt auch mit China

19.08.2016
F. William Engdahl
Provokationen in der Ukraine, NATO-Manöver entlang der russischen Grenze und vor Russlands Haustür – man sollte meinen, dass Amerikas Verteidigungsminister Ash Carter und seine Generäle schon genug zu tun haben mit den Machtspielchen, die sie mit Russland veranstalten. Offensichtlich ist dem aber nicht so, denn in den vergangenen Monaten hat die Regierung Obama ganz eindeutig in den Gewässern rund um China die Spannungen erhöht. Die Rede ist von dem an Japan grenzenden Ostchinesischen Meer und dem an die Philippinen grenzenden Südchinesischen Meer. Diese Spannungen könnten letztlich in eine Katastrophe münden.

In Zeiten der Haushaltskürzungen könnten die provokanten Handlungen natürlich förderlich für das Budget des Pentagons sein, aber sie könnten auch dazu führen, dass sich China, Russland oder beide so sehr in die Ecke getrieben sehen, dass sie sich nur noch mit einem atomaren Präventivschlag zu helfen wissen. Dass sich das Pentagon unter Obama heute, im 21. Jahrhundert, derart primitiv aufführt, ist nicht nur unentschuldbar, es ist auch völlig verrückt.

An anderer Stelle habe ich bereits ausführlich darüber gesprochen, wie sorgsam Washington ausgetüftelt hat, wie es China beim Streit um die strategisch bedeutsamen Inseln im Südchinesischen Meer provozieren will. Die Regierung Obama hat die damals von dem US-Handlanger Benigno Aquino geführten Philippinen ermutigt, Spannungen rund um die menschenleeren Spratly-Inseln zu eskalieren, indem man einseitig das Schiedsgericht in Den Haag anrief. Peking war mit dem Gang vor das Schiedsgericht nicht einverstanden? Egal, auch wenn das der Grundidee eines Schiedsgerichts völlig zuwiderläuft. Washington hat diesen Schachzug vorsätzlich geplant und umgesetzt, um Peking zu einer überhasteten Reaktion zu verleiten.

Man muss es China zugutehalten, dass es bislang nicht in die Falle getappt ist, sondern stattdessen auf anderer Ebene diplomatische Anstrengungen unternahm, sowohl im Rahmen des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) als auch durch Gespräche mit der neuen, vernünftigeren Regierung in Manila unter Präsident Rodrigo Duterte. Auf diesem Weg soll die durch US-Propaganda manipulierte Entscheidung des Gerichts in Den Haag entschärft werden.

In den vergangenen Wochen hat Washington jedoch ganz klar unter Beweis gestellt, dass China für seinen Raketenschutzschirm im asiatisch-pazifischen Raum der Staatsfeind Nummer eins ist. Peking nimmt im Osten nun praktisch dieselbe Rolle ein, die Russland für die NATO im Westen Europas spielt. Das Pentagon hat die Spannungen in der Region dramatisch intensiviert. Dank des starken Einflusses, den Washington auf die Regierungen in Japan, Südkorea und die neugewählte Regierung Taiwans hat, konnten die Amerikaner dafür sorgen, dass sich diese Länder für China von Handelspartnern zu Nachbarn entwickelten, die Peking feindselig gegenüberstehen.

Anfang August meldete der japanische Staatssender NHK, dass Japan sich aktiv für das amerikanische Raketenabwehrsystem THAAD stark mache und es ebenfalls übernehmen wolle. Nach Südkorea wäre Japan das zweite Land in Ostasien, in dem THAAD zum Einsatz kommt.

Zuvor hatte das Pentagon am 7. Juli offiziell mitgeteilt, dass die Regierung von Südkorea der Stationierung einer THAAD-Raketenbatterie im Bezirk Seongju zugestimmt habe. Vorausgegangen waren fünfmonatige Verhandlungen mit der konservativen Regierung von Präsidentin Park Geun-hye. Park ist die Amerika sehr freundlich gesonnene Tochter von Park Chung-hee, einem engen Verbündeten Washingtons während des Kalten Krieges. Laut Pressemitteilung des Pentagons handelte es sich bei der Entscheidung für THAAD um eine »rein defensive Maßnahme zur Gewährleistung der Sicherheit Südkoreas und seiner Bevölkerung und zum Schutz der verbündeten militärischen Kräfte vor Nordkoreas Massenvernichtungswaffen und der Bedrohung durch ballistische Raketen«.

Am 16. August meldete die südkoreanische Zeitung Chunan Ilbo, dass Südkoreas Marine einen Vertrag mit dem amerikanischen Rüstungskonzern Lockheed Martin abgeschlossen habe. Es geht darum, südkoreanische Kriegsschiffe mit Raketen auszurüsten, die ballistische Raketen Nordkoreas abfangen sollen. Der Beschreibung zufolge handelt es sich um eine Art seegestützte THAAD-Variante.

Zwei Tage zuvor hatte das offizielle Staatsorgan Pekings, die Zeitung Global Times, vehement auf die Ankündigung reagiert, dass Japan eine neue Antischiffsrakete mit einer Reichweite von 300 Kilometern entwickelt. Die Zeitung berief sich dabei auf einen Bericht aus der führenden konservativen japanischen Zeitung Yomiuri Shimbun, wo es heißt, dass die neuen Raketen ab 2023 auf der Insel Miyako stationiert werden sollen.

Japan verbessert dem Yomiuri Shimbun-Bericht zufolge seine Abwehrmöglichkeiten im Langstreckenbereich, um seine militärische Kontrolle über die umstrittene Senkaku-Inselgruppe zu festigen. Auch China erhebt Anspruch auf die nur 170 Kilometer von Miyako entfernten Inseln, die die Chinesen als Diaoyu bezeichnen, die Japaner als Senkaku.

2012 begannen die USA, die von Obama verkündete »Hinwendung zu Asien« ernsthaft voranzutreiben. Seitdem drängt Washington Tokio, den Territorialanspruch über die unbewohnten Senkaku-Inseln durchzusetzen. China wiederum erklärt, die Inseln hätten seit 1534 zu China gehört und seien im Widerspruch zum Potsdamer Abkommen nach Ende des Zweiten Weltkriegs unerlaubt von den USA an Japan übertragen worden.

Die Global Times schreibt: »Miyako liegt an der Mündung der Miyako-Meeresenge, einer internationalen Schifffahrtsroute, die gleichzeitig eine wichtige Route für die chinesische Marine auf ihrem Weg in den Pazifischen Ozean ist. Falls die neue Rakete in Miyako stationiert wird, könnte sie alle chinesischen Schiffe in den Gewässern der Diaoyu-Inseln bedrohen.«

Carters ominöse Gespräche

Den jüngsten Entwicklungen rund um THAAD vorausgegangen war im April ein Besuch des amerikanischen Verteidigungsministers Carter in Tokio und Seoul. In Tokio hielt Carter eine Pressekonferenz mit seinem japanischen Amtskollegen ab und erklärte dabei, Washingtons Ziel sei eine Umwandlung des amerikanisch-japanischen Bündnisses. Es gehe darum, die Möglichkeiten für amerikanische Truppen und Japans Selbstverteidigungskräfte zu erweitern, möglichst reibungslos zusammenzuarbeiten.

Die Sache hat nur einen Haken: Artikel 9 der berühmten Verfassung, die Japan nach dem Zweiten Weltkrieg verabschiedete, untersagt es Japan, Streitigkeiten auf kriegerischem Weg zu entscheiden. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe arbeitet nun eifrig daran, diesen Verfassungszusatz abzuschaffen, und genießt dabei die volle Unterstützung Washingtons. Japan solle ein »normales« Land werden, so Abe – ein Land also, das, wo immer es will, Krieg führen kann.

Carters Asien-Reise im April stellte eine deutliche Eskalation in den Bemühungen des US-Militärs dar, China noch fester einzukreisen. Im Rahmen von Obamas »Hinwendung zu Asien« sollen Chinas Nachbarn im asiatisch-pazifischen Raum provozierende Militäraktionen veranstalten, gleichzeitig versucht Washington, die friedliche wirtschaftliche Kooperation zwischen China und seinen Handelspartnern zu torpedieren. Mittel der Wahl für diesen Zweck ist die Transpazifische Partnerschaft der Regierung Obama. Bei diesem Handelsabkommen wurde China vorsätzlich außen vor gelassen. Verkauft wird das Ganze mit der vermeintlichen Bedrohung durch Nordkoreas Raketen und der Möglichkeit, dass das Land eines Tages über Atomsprengköpfe verfügen könnte.

China ebenso im Visier wie Russland

Der Raketenschirm THAAD steht unter der Kontrolle des amerikanischen Militärs und arbeitet mit schwimmenden X-Band-Radarstationen von Raytheon. THAAD hat in Wirklichkeit nichts mit irgendwelchen Bedrohungen Japans oder Südkoreas durch Nordkorea zu tun. Es geht ausschließlich um China und um das Raketenarsenal Russlands im Fernen Osten.

Washington nutze Nordkorea als Schreckgespenst für seine Zwecke, sagt auch der ehemalige chinesische Oberst Fan Gaoyue, früher an der Behörde für ausländische Militärbelange und heute an der Universität Sichuan. »THAAD ist dafür ausgelegt, Raketen in ihrer finalen Phase in großen Höhen abzufangen. Das bedeutet, das System hat die Abwehr von ballistischen Mittelstreckenraketen optimiert, ist aber von geringem Nutzen gegen die Kurzstrecken- und taktischen Raketen, die gegen Südkorea aller Wahrscheinlichkeit nach zum Einsatz kämen«, erklärte der Militärexperte kürzlich in einem Interview für das Magazin China-US Focus.
»Ganz abgesehen davon, kann THAAD überhaupt nichts bewirken gegen die reale und realistische Bedrohung, die die Artillerie Nordkoreas darstellt.«
»Wenn man bedenkt, dass bei Kurzstreckenraketen Nordkoreas Typen, Mengen und Möglichkeiten eher begrenzt sind und dass das US-Militär bereits 30 bis 44 Raketensysteme vom Typ Patriot PAC-3 in Südkorea stationiert hat, wird es schwer für Nordkoreas Kurzstreckenraketen, eine wirklich schwere Bedrohung für Südkorea darzustellen. Die echten, realistischen und schweren Bedrohungen, denen sich Südkorea ausgesetzt sieht, sind das Heer Nordkoreas und seine 21 100 Artillerie-Geschütze, von denen die meisten entlang des 38. Breitengrads stationiert sind und direkt den Großraum Seoul unter Beschuss nehmen können.«
»Durch THAAD wird Südkorea gezwungen sein, sich dem amerikanisch-japanischen Raketenabwehrschild anzuschließen«, so der Militärexperte weiter. »Das schränkt die militärische Initiative Südkoreas ein.«
Wenn es den USA gelingt, Südkorea unter das Dach des direkt gegen China und Russlands Fernen Osten gerichteten amerikanisch-japanischen Raketenschiled zu locken, wäre das ein wichtiger Schritt nach vorne für die Bemühungen des Pentagons, China und Russland einzukreisen.

Im Juli 2012 sprach in Washington Philipp Hammond, damals britischer Verteidigungsminister, zu Amtskollegen aus anderen NATO-Staaten. Er erklärte, die gerade verkündete Neuausrichtung der amerikanischen Verteidigungspolitik auf den asiatisch-pazifischen Raum ziele auf China ab. »Die wachsende strategische Bedeutung des asiatisch-pazifischen Raums erfordert es, dass alle Nationen, aber insbesondere die Vereinigten Staaten, in ihren strategischen Abwägungen den Aufstieg Chinas zu einer Weltmacht berücksichtigen«, so Hammond. »Europas NATO-Mitglieder sollten wegen der Hinwendung zum asiatisch-pazifischen Raum nicht beunruhigt sein, sondern ganz im Gegenteil die Tatsache begrüßen, dass die USA bereit sind, sich im Namen des Bündnisses auf diese neue strategische Herausforderung einzulassen.«

Washington spielt also mit dem thermonuklearen Feuer, wenn es Japan und Südkorea in die Strategie einbindet, China und Russland militärisch einzukreisen. Diese Tatsache wurde noch weiter verdeutlicht durch Aussagen, die Japans rechtsgerichteter Ministerpräsident Shinzo Abe Berichten zufolge gegenüber Admiral Harry Harris machte, Oberbefehlshaber des Pazifikkommandos der amerikanischen Streitkräfte.

Wie es in dem Bericht heißt, protestierte Abe gegen Bemühungen Präsident Obamas, es zur offiziellen amerikanischen Politik zu machen, keinen atomaren Erstschlag durchzuführen. Abe sagte dem Admiral: »Vor allem Japan glaubt, dass die Abschreckung gegenüber Nationen wie Nordkorea leiden wird und dass das Risiko eines Konflikts zunehmen wird, wenn Obama einen Verzicht auf Erstschläge erklärt.«

THAAD kommt in Japan und jetzt auch noch in Südkorea und zur See zum Einsatz, die USA stocken ihre Raketenabwehr in der Region auf, ein rechtsgerichtetes und wiederbewaffnetes Japan unter Abe lehnt einen Verzicht auf atomare Erstschläge ab – hier braut sich ein thermonuklearer Giftcocktail zusammen, den man weder gerührt noch geschüttelt servieren sollte. Hier hilft es nur noch, das Ganze wegzuschütten, bevor sich die Situation in eine Richtung entwickelt, aus der es kein Zurück mehr gibt und die China und Russland nur noch eine einzige Möglichkeit lässt, überleben zu können – und zwar selbst einen Präventivschlag mit Atomwaffen durchzuführen.

Das ist das Irrsinnige an dieser US-Politik der Full Spectrum Dominance, der »Überlegenheit auf allen Ebenen«. Diese Politik verfolgen die USA seit 1992, als der damalige amerikanische Verteidigungsminister Dick Cheney und sein Stellvertreter, der Staatssekretär Paul Wolfowitz, die Wolfowitz-Doktrin entwickelten.

Seit Putins Rede 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben der russische Präsident und die Russen geduldig auf diesen Punkt hingewiesen. Damals sprach sich Putin unverhohlen und ganz eindeutig gegen die Pläne der USA aus, in Polen und anderen europäischen NATO-Ländern ballistische Raketen zu stationieren – ein Schritt, den Washington damit begründete, man wolle die NATO-Verbündeten vor Raketenangriffen des Irans oder Nordkoreas schützen. Es ist lohnenswert, sich noch einmal Auszüge aus Putins Münchner Rede vom Februar 2007 vor Augen zu führen. Seine Äußerungen klingen neun Jahre später sehr vorausschauend und brandaktuell. Die von ihm skizzierte Realität ist viel, viel näher gerückt:
»… Aber was ist eigentlich eine monopolare Welt? Wie man diesen Terminus auch schmückt, am Ende bedeutet er praktisch nur eines: es gibt ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Stärke, ein Entscheidungs-Zentrum. Es ist die Welt eines einzigen Hausherren, eines Souveräns. Und das ist am Ende nicht nur tödlich für alle, die sich innerhalb dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört. Das hat natürlich nichts mit Demokratie gemein. [… ]
Heute beobachten wir eine fast unbegrenzte, hypertrophierte Anwendung von Gewalt – militärischer Gewalt ‒ in den internationalen Beziehungen, einer Gewalt, welche eine Sturmflut aufeinander folgender Konflikte in der Welt auslöst. […]
Ich denke, es ist offensichtlich, dass der Prozess der NATO-Erweiterung keinerlei Bezug zur Modernisierung der Allianz selbst oder zur Gewährleistung der Sicherheit in Europa hat. Im Gegenteil, das ist ein provozierender Faktor, der das Niveau des gegenseitigen Vertrauens senkt. Nun haben wir das Recht zu fragen: Gegen wen richtet sich diese Erweiterung? Und was ist aus jenen Versicherungen geworden, die uns die westlichen Partner nach dem Zerfall des Warschauer Vertrages gegeben haben?«
Zum Schluss der Rede hin sprach Putin über die Pläne, die die Regierung Bush gerade angekündigt hatte. Es ging darum, Raketen und spezielle Radaranlagen in Polen und der Tschechischen Republik zu stationieren – angeblich, um die NATO-Staaten vor Raketenangriffen Nordkoreas oder des Irans zu schützen. Putin:
»Uns beunruhigen auch Pläne zum Aufbau von Elementen eines Raketenabwehrsystems in Europa. Wer braucht eine neue Runde eines in diesem Falle unausweichlichen Wettrüstens? Ich zweifele zutiefst daran, dass es die Europäer selbst sind.
Über Raketenwaffen, die, um tatsächlich Europa gefährden zu können, eine Reichweite von 5000 bis 8000 Kilometern haben müssen, verfügt keines dieser so genannten ›Problemländer‹. Und in der absehbaren Zukunft werden sie auch keine haben, nicht einmal die Aussicht darauf. Selbst der hypothetische Start einer nordkoreanischen Rakete in Richtung des Territoriums der USA über Westeuropa hinweg, widerspricht allen Gesetzen der Ballistik. Wie man bei uns in Russland sagt, ist das so, ›wie wenn man sich mit der linken Hand am rechten Ohr kratzt‹.«
Ein politisch bankrottes Washington arbeitet heute daran, exakt dieselbe militärische Einkreisung von Chinas und Russlands strategisch wichtigem Fernen Osten mit »defensiven« Raketenschilden voranzutreiben. Wenn jemand in Washington versuchte, Peking und Moskau vorsätzlich in eine strategische militärische Partnerschaft zu treiben, die es mit der beispiellosen wirtschaftlichen Zusammenarbeit aufnehmen kann, dann könnte man nur sagen: »Hut ab, es läuft hervorragend.« Nicht ganz so hervorragend läuft es für die Menschheit oder die Aussichten auf eine friedliche Entwicklung der Weltwirtschaft. Da ist es doch ausgesprochen hinderlich, blind in Richtung gegenseitiger vollständiger Auslöschung zu taumeln.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/washington-treibt-nicht-nur-mit-russland-machtspielchen-sondern-jetzt-auch-mit-china.html;jsessionid=C7F88370AD93B6524087EA407314DF50

Die SOZ wird zu einem Machtzentrum Eurasiens

27.06.2016
Von Peter Akopow

>http://www.globalisierung-zaehmen.de/globalisierung163.html
>https://bernhardnolte.wordpress.com/category/allgemein/page/4/

Auf dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Taschkent wurden Indien und Pakistan endgültig in die Reihen der SOZ aufgenommen. Und die SOZ wird unwiderruflich aus der regionalen russisch-chinesischen zu einer transasiatischen Vereinigung d.h. zu einer globalen Struktur. Noch keine Anti-NATO, aber auch kein Nettigkeiten-Austausch-Club von Nachbarländern.

Der Ministerpräsident Indiens und der Präsident Pakistans werden in Taschkent Dokumente über die Verpflichtungen ihrer Länder beim Eintritt in die SOZ unterzeichnen und ab jetzt wird die Organisation nicht sechs, sondern acht Teilnehmer zählen. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung, die drei größten und stärksten Länder Eurasiens, vier nukleare Mächte – das ist die neue SOZ.

Die SOZ entstand vor 15 Jahren: Vier ehemalige sowjetische Republiken im Mittleren Asien (mit Ausnahme des neutralen und unabhängigen Turkmenistan) beschlossen, zusammen mit China und Russland gemeinsam für die Sicherheit in der Region zu sorgen…
Die SOZ wurde als regionale Struktur angedacht. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR war es Russland und China wichtig, dass die zentralasiatischen Staaten nicht zu einer Zone der Instabilität und einer Base für eine Vielzahl von Anti-China und Anti-Russischen Kräften würden.

Zu dem würden, was in gepflegter diplomatischer Sprache als internationaler Terrorismus, Drogenhandel und Separatismus bezeichnet wird. In der Sprache der Geopolitik heißt das, dass Russland und China die Einmischung äußerer Kräfte in die Region Zentralasien verhindern wollten.

Und es ist klar, welche äußeren Kräfte: Von radikalen Islamisten angefangen bis hin zu den angelsächsischen Geheimdiensten (zumal es manchmal schwer ist zu trennen, wo Letztere enden und Erstere beginnen).

Darüber hinaus war es Russland und China wichtig, nicht in irgendwelche Kämpfe um Macht und Einfluss im nach-sowjetischen-Asien hineingezogen zu werden und in dieser für beide Länder wichtigen Region dritten Kräften keine Möglichkeit zu bieten Russisch-Chinesische Konfrontationen zu entfachen.

Für Russland ist und bleibt Zentralasien nicht einfach nahes Ausland, sondern auch Garant für die Sicherheit des Südens des Landes. Für China ist diese Region auch extrem wichtig, weil es neben dem Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang liegt, der größten muslimischen Autonomie Chinas. Eine Destabilisierung der Lage in diesem Gebiet wäre wichtigster Punkt in der Prioritätenliste chinesischer Widersacher.

Russland und China nahmen Mittelasien in dem Moment unter ihre Fittiche, als die mögliche Instabilität in neu gebildeten Staaten der Region als Hauptproblem erdenklich schien. Bald aber stellte sich heraus, dass die SOZ ganz unerwartet einen neuen Nachbarn bekam.

Im Jahr 2001 erfolgte die US-Invasion in Afghanistan, eine bekannte und beliebte Form von US-Entwicklungshilfe, per Bombardements und Besetzung ganz uneigennützig Frieden und Demokratie in wahrlich zurückgebliebene Länder zu exportieren. Moskau stand nicht gegen die Operation auf, die Taliban waren für Russland keine legitime Regierung dieses Landes und der vorgeblich zu ergreifende Herr Osama Bin Laden stand auch auf russischer Fahndungsliste. Aber die Tatsache der Besetzung Afghanistans durch die Amerikaner und ihre eifrige Koalition Williger konnte Russland und China nicht gerade beruhigen. Ihr Verdacht hat sich bestätigt, die USA kamen in die Region nicht der Taliban wegen und auch nicht wegen Terrorismus: Sie kamen, um diese strategisch wichtige Position zwischen Russland und China militärisch zu besetzen.

Ein paar Jahre Nichtsiegenkönnens in Afghanistan später wurde den USA zwar der Beobachterstatus in der SOZ entzogen, jedoch blieben die US-Amerikaner in der Region und wollen trotz ihres peinlichen politisch-militärischen Versagens offensichtlich immer noch nicht abziehen. Weder gelangen ihnen der Export von Frieden, noch der von Demokratie, nur das bewährte Chaos wurde ein dauerhafter Erfolg. Dadurch bleibt Afghanistan wie vor 20 oder vor 15 Jahren ein großer Kopfschmerz für die zentralasiatischen Staaten, in erster Linie für Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan. Die amerikanische Besatzung verringerte nicht etwa, sondern erhöhte die Bedrohung: die Taliban haben es gestärkt überlebt, es entstanden zusätzlich noch radikalere Islamistengruppierungen, die vom Islamischen Kalifat direkt vereidigt sind. Afghanistan war, ist und bleibt ein Fass mit Schießpulver und die Amerikaner wollen es nicht verlassen. Aber beileibe nicht wegen der Sorgen um die Sicherheit von anderen Ländern Zentralasiens.

Seit 15 Jahren hat die SOZ deswegen die afghanische Problematik nicht anpacken und lösen können. Dabei wurde die Islamische Republik Afghanistan selbst in der SOZ als Beobachter zugelassen. In diesem von den USA besetzten Land haben Russland und China weder die Möglichkeit noch den Wunsch etwas zu ändern. Die Aufgaben der Schanghaier Organisation haben sich im Laufe der Jahre erheblich erweitert. Die SOZ wird auch höchstwahrscheinlich bei der Lösung der afghanischen Frage ihr gewichtiges Wörtchen mitreden können. Dies geschieht in dem Moment, wenn die USA gezwungen werden, doch noch die faktische Niederlage zugebend die Flucht aus Afghanistan zu ergreifen, wenn das Land nicht mehr an der Schwelle zum, sondern im Bürgerkrieg steht.

Obwohl es sehr günstig für die Länder der SOZ wäre, dass die USA endlich Afghanistan verlassen hätten, rufen Moskau und Peking die USA dazu nicht offen auf. Sehend, dass die Lage eine sich demnächst selbstklärende, selbst erledigende ist, können sie die ressourcenschlingenden amerikanischen Basen dort gelassen hinnehmen, wohl wissend, dass sie mit hehren Aufrufen gegenüber Washington nichts bewirken könnten. Und nach den Amerikanern ein Land aus dem Chaos zu befreien und wieder aufzubauen ist ein undankbares Geschäft (obwohl sich am Ende die SOZ wahrscheinlich genau damit werden beschäftigen müssen).

Darüber hinaus kann man für die Lösung der afghanischen Probleme nicht ohne Pakistan auskommen: das Land ist der Schlüssel in jedem Thema der afghanischen Regelung. „AfPak“: So wird dieses Gebiet manchmal sehr treffend genannt.

Pakistan ist ein muslimisches Gebiet, ein historischer Teil von Indien, unter den Briten abgespalten, das an Afghanistan nahtlos angrenzt; gebirgiges Land, das zwischen den russischen und britischen Imperien lag. Schon vor den Sowjets und Amerikanern konnten die Engländer Afghanistan nicht einnehmen und waren gezwungen, es in Ruhe zu lassen, dafür haben sie einen Teil des Gebiets, das von den größten (und Staatsbildenden) Völkern Afghanistans, den Paschtunen abgeschnitten und dem bequemer zu diktierenden Pakistan per Stift und neuer Grenzziehung damit einverleibt. Teile und herrsche.

Nach der Bildung eines unabhängigen Pakistan betrachtete Afghanistan weiterhin das Land der Paschtunen als eigenes. Auch die Paschtunen selbst anerkannten niemals die Grenzen (die offiziellen). Getrennte Völker und Nationen, das ist ein wunderbares Werkzeug, um externe Manipulationen durchzuführen. Genau das passierte während des Krieges in Afghanistan, als genau aus dem Territorium von Pakistan heraus Amerikaner den Krieg gegen pro-Moskauer Kabul-Behörden und die sowjetische Armee organisierten, die damals in Afghanistan von der Kabuler Regierung gebetener Gast war. Heute bleibt Pakistan als Base für die Taliban, aber will längst nicht mehr drohnengemordeter US-Satellit bleiben.

Tatsächlich stand Pakistan jahrzehntelang unter dem stärksten Einfluss der Angelsachsen: Im Westen ausgebildeten Eliten wurde eingeredet, dass nur die USA Garant des Schutzes vor den Feinden ihres Landes sein könne. Und der größte Feind sei Indien, traditionell ein Verbündeter der UdSSR. Als dazu noch „die sowjetische Besetzung Afghanistans“ stattfand fühlten sich die pakistanischen Behörden von Feinden umzingelt.

Immer jedoch verhielt sich China sehr aufmerksam und freundschaftlich gegenüber Pakistan, widmete Islamabad ungeteilte Aufmerksamkeit als einem Gegengewicht zu Delhi, aber damals, in den 70-80er Jahren befand sich Peking im Streit mit Moskau und spielte gegen das sowjetische Russland, einschließlich in Afghanistan. Seitdem hat sich jedoch viel Grundsätzliches verändert. Pakistan erlebte einen zweiten afghanischen Krieg, wobei die Amerikaner absolut nicht mit der Bombardierung pakistanischen Territoriums, Drohnenmorden und auch mit seinem geheimdienstlich-militärischen Handeln auf dem Territorium ihrer Verbündeten gezögert hatten (man muss sich dabei nur an die Operation der Ermordung des Herrn Osama Bin Laden erinnern).

Antiamerikanische Stimmungen im islamischen Pakistan sind schon lange gang und gebe und dann ist Peking da und bietet zunehmend wirtschaftliche Zusammenarbeit und andere Projekte zu starten an. China ist bereit in Pakistan Dutzende von Milliarden von Dollar zu investieren (hat teilweise bereits investiert) und es zu einem der wichtigsten Länder der „Neuen Seidenstraße“ zu machen.

Die chinesisch-indischen Beziehungen verbessern sich, Russland beginnt mit der Lieferung von Waffen an Pakistan. Das heißt, Islamabad kann sich sicher fühlen, dass niemand in Zentralasien Krieg zwischen Pakistan und Indien haben will. Ganz im Gegenteil, Russland und China wollen die Verbesserung der pakistanisch-indischen Beziehungen befördern und das kann durch Eintritt, Mitgliedschaft und Zusammenarbeit von Delhi und Islamabad beim SOZ erreicht werden.

Natürlich wollen beide Länder nukleare Mächte bleiben und die territorialen Streitigkeiten zwischen ihnen bleiben bestehen. Aber nur ihre gemeinsame Teilnahme an dem russisch-chinesisch-zentralasiatischen Projekt kann grundsätzlich die Sicherheitsarchitektur in Asien verändern.

Moskau und Peking können natürlich nicht alleinige Garanten für pakistanisch-indischen Frieden und Freundschaft sein, aber im Rahmen der SOZ wird es für Delhi und Islamabad grundsätzlich viel einfacher, eine gemeinsame Sprache bezüglich der Sicherheit zu finden.

Auch die gemeinsame Suche nach der Lösung des afghanischen Problems wird dazu beitragen. Und mit dem Beitritt des westlichen Nachbarn von Afghanistan, des Irans zur SOZ (statt in diesen Jahr könnte der Beitritt auch im Jahr 2017 stattfinden) können die Interessen fast ganz Mittel-und Südasiens im Rahmen der Shanghaier Organisation diskutiert werden.

„Wer das Herzstück kontrolliert (Russland, Zentralasien mit der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang, Iran und Afghanistan), der kontrolliert Eurasien, wer Eurasien kontrolliert, der kontrolliert die ganze Welt“,
so lautet einer der wichtigsten Merksätze der angelsächsischen Geopolitik. Die SOZ-Länder nähern sich dem zügig, um die Sicherheit im Kern des Asiens selbst zu kontrollieren.

http://www.fit4russland.com/geo-politik/1714-die-soz-wird-zu-einem-machtzentrum-eurasiens

 

AKTUELLE BEITRÄGE Juni 2016-Januar 2017

„Globalisierung zähmen und die Früchte ernten“

Bremen, April 2007

Franz Bernhard Nolte

http://www.globalisierung-zaehmen.de/

Die unipolare Welt ist noch längst nicht Geschichte

10.06.2016
Von Jewgenij Birjukow

Während der Präsidentschaft von B. Obama wurde die Position der USA in der Welt erheblich gestärkt

Am Anfang des XXI Jahrhunderts wurde eine große Anzahl von wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht, an deren Ende die Unipolarität der Welt beendet und wieder Multipolarität eintreten sollte. Doch in den letzten Jahren nimmt die US-Position in fast allen wichtigen Regionen der Erde nicht ab, sondern wird erheblich verstärkt, was uns erlaubt zu behaupten, dass das Ende der unipolaren Welt noch nicht gekommen ist.

Die unipolare Welt ist seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 entstanden. Die volle Gesetzlosigkeit der USA in den internationalen Beziehungen zeigte sich am deutlichsten bei der Bombardierung Jugoslawiens im Jahr 1999, bei Invasionen in Afghanistan und dem Irak 2001 und 2003, die ohne ein Mandat des UN-Sicherheitsrates durchgeführt wurden.

Auf der Jubiläums-Tagung der NATO in Washington am. 24. April 1999, gewidmet dem 50-jährigen Jubiläum dieses Blocks wurde die Entscheidung über die Möglichkeit eines Einsatzes der Streitkräfte der Allianz entschieden, „um Verletzungen der Menschenrechte überall in der Welt zu verhindern“. NATO-Generalsekretär Javier Solana sagte:

„Wir bewegen uns in einem System der internationalen Beziehungen, in dem alltägliche Menschenrechte und die Rechte von Minderheiten wichtiger als Souveränität sind“.
(Anmerkung des Übersetzers: Das ist derselbe Herr Solana, Ex-NATO Generalsekretär, der im Jahre 1999 ausdrücklich gestattete, 250 russische Soldaten einer KFOR Sicherungseinheit im Kosovo zu vernichten).

Aber aufgrund von Problemen der US-Armee und ihrer Verbündeten im Nahen und Mittleren Osten während des Präsidentschaft von George Bush, sprachen viele Analysten von einer absehbaren Leistungsgrenze Washingtons und dem Sonnenuntergang der Pax Americana.

Einige Rückschläge, die bei der Umsetzung der Außenpolitik der USA in den 2000er Jahren stattfanden, haben dazu geführt, dass die Euphorie der neuen Möglichkeiten die im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion aufkam, beendet ist. Die beobachtenden US-staatlichen Einrichtungen und analytischen Zentren, die sich mit militärischen und außenpolitischen Planung beschäftigten haben klar die Maßnahmen und Tools definiert, die es Washington ermöglichen, effizient seinen Einfluss in der Welt zu verbreiten.

Maßnahmen der amerikanischen Außenpolitik

Die USA hatten militärische Maßnahmen ausprobiert und begriffen, dass sie nicht immer wirksam sind. Danach passten die USA ihre Politik an und vergrößerten das Spektrum der verwendeten Instrumente erheblich: Viele von derzeit verwendeten Maßnahmen sind weniger aufwendig als militärische und ermöglichen es Washington dabei, ihre Ziele effizienter zu erreichen.

Maßnahmen, die die Amerikaner gegen nicht US-freundliche Länder anwenden, kann man in zwei Gruppen kategorisieren: In Eindämmung und Einbindung.

Zur Eindämmung gehören die militärischen Methoden, die so genannten Proxy-Kriege, Sanktionen, Unterstützung der Opposition, Revolutionen, physische Beseitigung der Führung u.a.

Zu den Maßnahmen von Einbeziehung gehören solche, wie das Land zu günstigen Bedingungen in die internationalen Wirtschaftsbeziehungen aufzunehmen, die Einbindung in das Netz der internationalen Organisationen und Verträge, die Methoden der „Soft Power“, etc.

Die USA gehen dabei analytisch von der Stärke dieses anderen Staates, des Grades der Loyalität der Bevölkerung zur regierenden Elite, der geopolitischen Situation, der eigenen Fähigkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt sowie anderen Faktoren aus und verwenden sehr flexibel verschiedene Methoden.

Der wachsende Einfluss der USA in den Schlüssel-Regionen der Welt während der Präsidentschaft von Barak Obama

Man kann behaupten, dass sich im Laufe der Präsidentschaft von Präsident Barack Obama die Position der USA in der Welt politisch, jedoch nicht wirtschaftlich erheblich verstärkte. Das kann auf der Grundlage einer Analyse der Entwicklung der Ereignisse in allen wichtigen Regionen der Welt nachgewiesen werden.

Zur Veranschaulichung beginnen wir mit Lateinamerika.

Im Laufe der letzten Monate haben hier Prozesse stattgefunden, die klar die Hauptthese dieses Artikels illustrieren. In Argentinien im Dezember 2015 kam statt Cristina Kirchner Mauricio Macri an die Macht, der als pro-amerikanischer Politiker gilt.

Kaum jemand bemerkte, wie in Brasilien eine „farbige Revolution“ organisiert wurde in deren Folge Dilma Roussef entmachtet wurde. Brasilien ist aber Teil der BRICS-Staaten, ein Land, das in Bezug auf das BIP an der 7. Stelle und bei der Bevölkerungzahl an 5. Stelle in der Welt steht.

In Venezuela sagt die Regierung ganz offen, es bestehe hohe Gefahr, dass in den kommenden Monaten die Opposition, unterstützt von den USA, die Macht im Rahmen einer „farbigen Revolution“ übernehmen wird. Venezuela ist der größte Öl-Exporteur in die USA, deswegen wäre, wenn sich die US-Pläne in Bezug auf dieses Land verwirklichen, dies der größte außenpolitische Erfolg von Washington.

Schließlich, besucht Barak Obama im Jahr 2016 Kuba. Die USA ändern ihre Strategie der Abschreckung in Bezug auf Kuba hin auf die Strategie des Einbeziehens und legen damit den Grundstein für die künftige Entwicklung der bilateralen Beziehungen. Wobei das ultimative Ziel unverändert bleibt: Eine Veränderung des politischen und außenpolitischen Kurses von Havanna.

Auch Europa wurde in diesen zwei Präsidenten-Amtszeiten von Obama eindeutig weniger unabhängig und sichtlich stärker auf den pro-USA Kurs ausgerichtet.

Im Laufen sind auch die Verhandlungen über die Unterzeichnung eines für transnationale US-Konzerne profitablen Freihandelsabkommens (TTIP). Washington konnte die Bedrohungen für die Sicherheit Europas erhöhen. Gefördert durch die Schaffung des Problems der Flüchtlinge, haben die USA jederzeit die Möglichkeit, die Situation in Europa von innen her zu destabilisieren.

Wie sagte doch der Gründer der Denkfabrik „Stratfor“ George Friedman in seinem Vortrag in Chicago beim „Council on Global Affairs“ im Jahr 2015:

„Europa wird, wie ich vermute, zwar nicht zu den großen Kriegen zurückkehren, aber es wird wieder zum menschlichen Normalfall zurückkehren. Es wird seine Kriege haben, seine Friedenszeiten und es wird sein bisheriges Leben verlieren. Es wird zwar keine 100 Millionen Tote geben wie im letzten Krieg, aber die Idee von einer europäischen Auserwähltheit wird, wie ich denke, dazu beitragen. Es wird Konflikte in Europa geben, es gab schon Konflikte in Jugoslawien und jetzt auch in der Ukraine“.
Nach dem weltweiten Zusammenbruch des sozialistischen Lagers sind oder werden fast alle seine Mitglieder unter den Einflussbereich der USA geraten, was ein weiterer Beweis für den Trend zur unipolaren Welt ist. Dies zeigt sich deutlich in Osteuropa, dessen Länder sogar mehr als die Länder Westeuropas proamerikanisch geworden sind. Eine Ausnahme bildete Anfangs Serbien, die dort gegenwärtig herrschende Gruppe jedoch führt das Land in die EU und in die NATO.

Dieser Trend, die Einbeziehung immer mehr ehemaliger sozialistischer Länder auf verschiedene Art und Weise in den Einflussbereich der USA zeigt sich auch in anderen Regionen der Welt.

In Ostasien zeigte sich dieser Trend deutlich nicht in den 1990er Jahren, sondern in den letzten Jahren, in Bezug auf Vietnam und Myanmar. Insgesamt konnten die USA unter Obama China als Gegner der Mehrheit mit ihm benachbarter Länder in Asien darstellen, eigene Beziehungen mit ihnen stärken und die eigene Präsenz in der Region verstärken. Solche Länder und Gebiete wie die Philippinen, Vietnam, Taiwan, Indonesien, Malaysia, Brunei, Südkorea, Japan, Indien fürchten sich vor dem Wachstum Chinas und vor chinesischem Einfluss in Ostasien. Im Zusammenhang damit ist für sie die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten von strategischer Bedeutung.

Gleichzeitig reichen die Möglichkeiten Chinas nicht aus, um zumindest in diesem Stadium der US-Politik in Ostasien irgendwie entgegenzuwirken.

Sehr deutlich manifestiert sich die Verstärkung des amerikanischen Einflusses im Nahen Osten. In den letzten Monaten weisen Analysten jedoch darauf hin, dass in Syrien dank der Maßnahmen der Russischen VKS (Luft- und Raumfahrtkräfte der Russischen Föderation), die Expansion der amerikanischen Hegemonie beendet werden konnte. Die US-Strategie kann wirklich im Einzelfall versagen.

Man soll aber auch die Situation in den anderen Ländern dieser Region berücksichtigen: Seit dem Anfang des XXI Jahrhunderts hatten die Amerikaner die Situation in den wichtigen Regionen wie Irak und Afghanistan in Bezug auf die Verfügbarkeit von Ressourcen und der geopolitischen Lage voll unter ihrer Kontrolle gebracht.

Allmählich beendet Washington die Involvierung Libyens in die Einflusssphäre des Westens. Formal verließen die USA Irak und Afghanistan nach Abzug ihrer Truppen, den sie jeweils 2011 und 2014 durchgeführt haben. Aber in Afghanistan ist die Präsenz der Amerikaner durch mindestens 9 große US-Militärbasen geblieben und im Irak wird keine bedeutsame Operation der Armee ohne die Genehmigung der USA durchgeführt.
Im Dezember 2015 wurde in Libyen eine vom Westen vollständig beherrschte Marionetten-Regierung an die Macht gebracht, die bestrebt ist, allmählich das gesamte Territorium des Landes unter Kontrolle zu bringen.
Im April 2016 haben die Vereinigten Staaten ein begrenztes Kontingent auf dem Festland Jemen eingesetzt.

Wenn man die Länder im Nahen Osten betrachtet, die in der zweiten Hälfte des XX Jahrhunderts einem sozialistischen Weg der Entwicklung folgten (Algerien, Libyen, Äthiopien, Süd-Jemen, Syrien, Irak, Afghanistan, Somalia), dann sind nun alle von ihnen, mit Ausnahme von Algerien, entweder besetzt, zertrennt, oder destabilisiert.

Es ist voraussehbar, dass in den kommenden Jahren die USA und ihre Verbündeten neue Schritte im Nahen Osten zur Destabilisierung einer Reihe von Ländern vornehmen werden. Zum Beispiel gibt es eine Wahrscheinlichkeit des Zerfalls des Jemen in mehrere Teile und einer Verschlechterung der Situation in Libanon.

Im Laufe der Jahre 2006-2008 haben die USA ein eigenständiges militärisches Oberkommando für Afrika, AFRICOM eingerichtet. Früher war dieser Kontinent in der Zone der Verantwortung von EUROCOM. Dies deutet darauf hin, dass in den kommenden Jahren die aktive Durchdringung der USA in Afrika passieren wird. Es wird erwartet, dass hier nicht weniger als sieben US-Militärbasen geschaffen werden sollen, die die Entwicklung der chinesisch-afrikanischen Beziehungen verhindern und es ermöglichen werden, die Ressourcen des „schwarzen Kontinents“ zu kontrollieren und zu nutzen.

Eine gewichtige internationale Angelegenheit, deren Einfluss in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, ist die Expansion des internationalen Terrorismus. Dabei zeichnet sich eine geradezu verblüffende Korrelation zwischen den Regionen der Aktivität terroristischer Gruppen und Geopolitischer- oder Ressourcen-Interessen des Westens, vor allem der USA deutlich ab.

In den letzten Jahren wurde eine Intensivierung des internationalen Terror-Netzwerks in solchen für Washington wichtigen Regionen festgestellt wie Naher Osten (Syrien, Irak, Jemen, Saudi-Arabien), Nordafrika (Libyen, Ägypten, Tunesien, Algerien), Zentralafrika (Nigeria, Tschad, Mali, Burkina Faso), Mittlerer Osten (Afghanistan, Pakistan, Bangladesch) und Südostasien (Indonesien, Malaysia). Es ist leicht zu erkennen, dass unter den oben genannten, sieben Länder Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) sind.

Macht der USA als Supermacht. Die wichtigsten Faktoren

Es wird definiert, dass wenn eine internationale Macht in wirtschaftlichen, militärischen, wissenschaftlichen, demographischen sowie kulturellen Bereichen führend zu finden ist, es dann die Indikatoren und Faktoren einer Supermacht seien. Wenn nach demographischem Potenzial und wirtschaftlicher Entwicklung außer den USA China und die EU zu den führenden Mächten gehören, dann liegen im wissenschaftlichen und militärischen Bereichen jedoch die Amerikaner deutlich vor vor den beiden. Im militärischen Bereich erweist sich Russland zunehmend als eine schlagkräftige Konkurrenz zu den USA, aber die russische Föderation hinkt in den anderen drei Bereichen hinterher.

Die Militärausgaben der USA übersteigen die gesamten militärischen Ausgaben der acht Länder, die bei diesem Indikator führend sind. Die Länder, die an dritter und vierter Stelle in der Welt in Bezug auf das BIP sind, Japan und Deutschland, befinden sich unter der direkten militärischen Kontrolle der USA: die von David Vine veröffentlichten Zahlen in der Ausgabe von „The Nation“ sind schockierend. In Japan platzieren sich 113 US-Militärbasen und in Deutschland 174.

Derzeit implementiert das Pentagon das Programm der Bildung einer neuen „Triade“ der strategischen Waffen, die zusammen mit Atomwaffen und Raketenabwehr offensive hochpräzise konventionelle Waffen enthalten, die speziell für plötzlich verheerende Angriffe auf Ziele überall in der Welt geplant sind.

Es wird davon ausgegangen, dass die laufenden Vorbereitungen für „den umgehend weltweiten Schlag“ (Prompt Global Strike (PGS)) bis Mitte oder Ende der 2020er Jahr abgeschlossen werden. Das Vorhandensein dieser „Triade“ weitgehend begrenzt die Möglichkeiten anderer Länder, den Interessen der US-Außenpolitik zu widersprechen.

Für die Charakterisierung der wirtschaftlichen Rolle der USA in der Welt ist es nicht ausreichend nur Daten aufzuzeigen, dass die Vereinigten Staaten im nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) führend sind und dieses 17,4 Billionen USD oder 22,3% des weltweiten BIP beträgt. Hier muss man hinzufügen, dass die US-transnationalen Korporationen in ihren ausländischen Unternehmen einen Umfang von Produktion darstellen, der ungefähr 1/3 des US-BIP beträgt.

Also wenn man nicht das Bruttoinlandsprodukt (BIP), sondern das Bruttosozialprodukt (BSP) zählt, worin die ausländische Produktion der nationalen Gesellschaften hinkommt, dann beträgt der Anteil der USA am weltweiten Bruttosozialprodukt etwa 28%. In Bezug auf das Wirtschaftswachstum ist die US-Wirtschaft wesentlich höher als die anderen großen Industrieländer und erhöht sich in den letzten fünfzehn Jahren durchschnittlich um 2% pro Jahr, während die Wirtschaft der EU und Japans regelmäßig starke Rezessionen erleben.

Außerdem sind die USA ein globaler Technologieführer und kontrollieren nicht nur etwa die Hälfte der sogenannten kritischen Technologien, sondern werden als die Ersten auf den neuen, den sechsten technologischen Standard umsteigen können. Auf dieses Land entfallen 27% aller weltweiten Forschung und Entwicklungs- Ausgaben, wohingegen summarisch auf alle europäischen Länder zusammengenommen vergleichsweise nur 22% entfallen.

Schnell steigt das zugleich das demographische Potenzial der USA. Nur seit Anfang des XXI Jahrhunderts vergrößerte sich die Bevölkerung des Landes um 40 Millionen Personen und erreichte 322 Millionen.

Faktor China

Zweifellos ist, dass die Volksrepublik China alle Chancen hat, um eine zweite Weltmacht zu werden. Im Jahr 2014 überholte China die USA im Bruttoinlandsprodukt (BIP), das nach Kaufkraftparität der Währungen gerechnet wurde (obwohl das Bruttosozialprodukt der USA weiterhin mit großem Abstand größer ist, wie oben gezeigt wurde).

In den letzten Jahren erhöhte China deutlich seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Derzeit sind es mehr als 2% des BIP, während es im Jahr 2008 weniger als 1,5% des BIP waren. Infolgedessen kam China auf den zweiten Platz der Welt bei absoluten Ausgaben für Forschung und Entwicklung und wird voraussichtlich in den 2020er Jahren die USA bei diesem Indikator überholen. China ist weltweit führend in den Bevölkerungszahlen.

Doch die Volksrepublik China behält einen bedeutenden Rückstand auf die USA in Bereichen wie technologisches Niveau der Wirtschaft, das Allgemeine Niveau der Entwicklung der Wissenschaft und Technik (sogar der Aufbau von Forschungs- und Entwicklungs-Etats wird es nicht erlauben, in den kommenden Jahren die vorhandene Lücke aufzuholen) und die Möglichkeit der Regulierung der internationalen wirtschaftlichen und politischen Prozesse. In höchstem Maße zeigt sich dieser Rückstand in den Militärausgaben. In den USA beträgt das Etat 595 aber in China nur 214 Milliarden US-Dollar. In den letzten Jahren verliert China gegenüber den USA sogar die Konkurrenz im Kampf um Einfluss auf die mit ihm benachbarten Länder Südostasiens.

So nähert sich China den Amerikanern nur bei einzelnen Indikatoren an, aber in der kombinierten Macht und im Niveau des Einflusses übertreffen die USA deutlich jedes andere Land der Welt.

Bemerkenswert ist die amerikanische Erfahrung in solchen Dingen wie:

Erstens, die Durchführung der Außenpolitik auf der Grundlage der langfristigen Ziele und Pläne, die für die kommende Jahrzehnte voraus berechnet werden. Dabei verwendet Washington flexibel eine Vielzahl von Maßnahmen um die Situation zu beeinflussen.

Zweitens, die geopolitische Stärke der USA stützt sich sowohl auf ihre militärische Stärke als auch auf die Wirtschaft; und gerade das wirtschaftliche Potenzial der USA bietet ihr erhebliche zusätzliche Möglichkeiten für die Umsetzung der Außenpolitik.

10.06.2016

Kommentar dazu von Klaus-Peter Kostag

Jewgenij Birjukow zeigt uns vorsätzlich provozierend objektiv und zum Nachdenken anregend die weltpolitisch-weltwirtschaftlich- militärische vermeintliche Unipolaritäts-Sicht eines „verwunderten Zeitungslesers“ der weltweit Einheitssauce auftischenden Medienkonzerne der 0,00001 Prozentigen. Wir übersetzen zuerst mal seinen Begriff „Unipolarität“ mit dem verständlicheren „Monopol-Polarität“. Die vermeintliche selbsternannte Unipolarmacht Monopol USA hat eigentlich nach dem Verlust ihres Konkurrenten „sozialistisches Weltsystem“ im Überschwang von Machtrausch und Co. nicht wirklich so ganz alles richtig gemacht. Da sind ein paar winzig kleine Schönheitsfehlerchen entsprungen, nicht wieder einfangbar, die letztlich dazu führen,

dass nun und heute, jetzt:

die optimistisch vermutet sogenannte „Amerikanische Strategie“ keine abgestimmt gesamtgesellschaftliche, sondern eine bunte Summe einander sogar teilweise widersprechender Teilstrategien von „Militär gegen Geheimdienste“, „Republikaner gegen Demokraten“, „Tauben gegen Falken“ ist. Da kämpfen beispielsweise in Syrien auf dem Schlachtfeld Pentagon- entworfene und gelenkte Terroristen und CIA- entwickelte und gesteuerte Terroristen. Nicht Hand in Hand. Gegeneinander!
die Handlungsabfolgen amerikanischer Politik und Wirtschaft sehr oft weniger vermeintlich strategischen Ursprungs sondern billiger Schnellschuss aus der Hüfte, taktischen Charakters, also nicht vorab geplante sondern auf Entwicklungen reagierende Spontis sind denen die staatlich bezahlten Verschwörungskonstruktionstheoretiker der Medienkonzerne wenigstens im Nachhinein Sinn und Logik hineininterpretieren sollen. (Ein Joke zu diesem Ableger von Murphys Gesetz aus Deutschland).
ein weiterer Krieg her muss, die Weltmächtigkeit vielleicht doch ein wenig länger erhalten zu können. Diesmal keiner wie der gegen das bärenstarke Vietcong-Gesindel, die hinterhältigen Taliban oder die weltweit seit 2002 immer ausgebuffter zahlenmäßig exponentiell zunehmenden Terroristen dieser Welt. (Jeder neue Drohnen-Kollateralschlag gegen statistisch belegte 28 Unschuldige für einen wirklichen US-Feind erzeugt aus vormals Unschuldigen nunmehr tätige Anti-Amerikaner). Nein, diesmal sucht man sich einen endlich bezwingbaren Gegner, paar kleine Knirpse diesmal, nur China und Russland als Duett. Wann war doch gleich der letzte US-Militär-Sieg nach der Trittbrettfahrerei im allerletzten Teil des 2. Weltkrieges? In/auf Grenada. 1983. Offiziell. Der jüngste Sieg allerdings, von Experten hochachtungsvoll heimlich hinter vorgehaltener Hand bejubelt ist dass (nun und heute)
48 Millionen Amerikaner, also in etwa jeder Sechste/Siebente, Präkariats -Amis halt, nicht so schnell verhungern müssen. Sie bekommen in öffentlich barmherzigen Suppenküchen täglich Überlebenshilfe. Wenn man das als einer aus der abgestürzten US-Mittelschicht noch ergattern kann, hat der Tag Struktur.
die amerikanischen Zahlen über BIP, BSP, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum und Sozialstatistik volle 100%, exakt dem Winston Churchill-Lehrspruch, nur selbstgefälschten Statistiken Glauben schenken zu dürfen, entsprechen
die USA statt als Weltmacht einfach mir nichts-dir nichts, die Vasallen liebevoll in der Umarmung a la TTIP oder CETA und Co. zu erwürgen, in der UNIPOL-USA Rücksicht auf ein besonderes Sensibelchen, den bedürftigen Bereich namens MIGK. (Militär-Industrie-Geheimdienst-Komplex) genommen werden muss. Der nur überlebt, wenn für Kriege ständig hoch-, nach- und umgerüstet werden kann. Inzwischen scheinen China und Russland sich jedoch ernsthaft fremden Feldzügen und roten Giftgaslinien-Attacken widersetzen zu wollen. In der Physik behauptet, aus Erfahrung klug das entsprechende Gesetz, dass Druck einen Gegendruck erzeugt.
die schon im Warschauer Pakt und im sozialistischen Weltsystem befindlichen Marionetten auch unter neuen Strippenziehern tadellos hurrapatriotisch im Gleichtakt zu tanzen nicht verlernt haben, (Ungarn ausgenommen)
die beeindruckenden amerikanischen Rekord-Rüstungsausgaben weniger Aussagen über die tatsächliche Kampfkraft von Heer, Navy und Airforce hergeben, als über die gepfefferten Preise der Rüstungsforschung und -industrie zulassen. (Gerüchte aus gewöhnlich ungewöhnlich gut informierten Kreisen reden von etwa zehn- bis fünfzehnfach höheren US-Waffen- und Kriegsgerätskosten für vergleichbare Produkte der chinesisch-russischen Staatskonzernschaft)
sich der national amerikanisch strategische Plan vom „Prompt Global Strike“ inzwischen von einem amerikanischen Traum zu einem internationalen Albtraum gemausert hat.
Schlussfolgerung für Pessimisten:

Der allerschlimmste Schuss jedoch, der kommende FIAT-Money Universal-Zusammenbruch des Welt-Finanz- und Wirtschafts-Systems hat das Zeug dazu, alle vorherigen Zusammenbrüche der Weltgeschichte von großen Weltreichen mühelos zu toppen und muss nicht von China, Russland oder Hinterposemuckel ausgelöst werden. Weder politisch, noch militärisch noch wirtschaftlich. Er ist ein klassisches Selbsttor der „Gier frisst Geist“ 0,000001 % Kategorie. Der kommt unabwendbar und unaufhaltsam, die westliche Werteunordnung in den Abgrund reißend. Es sei denn, die Unpopulär-Ohnmacht USA versucht es doch mit dem „Prompt Global Strike“ oder einer noch schlimmeren Variante davon. Einziges Problem dabei:

Sie hätte nur einen einzigen Versuch.

Aber den gleich an der gesamt kollateral betroffenen Menschheit.

Kein gesonderter Tierversuch zuvor möglich . . .

Schlussfolgerung für Optimisten:

Wenn Eins und Eins tatsächlich Zwei sind, dann wäre die anfänglich gefühlte Zwangsehe China-Russland in gelebter und gepflegter Wirklichkeit eine Liebesheirat. Fehlt nur noch eine unabhängige Welt- Nachrichtenagentur, die die Stille Post Technologie der Wahrheitsverbreitung per Internetblogs wieder zur schönsten Nebensache der Welt machen und eine Totgeglaubte wiedererwecken könnte:

Die Wahrheitspresse, den Journalismus mit zutiefst menschlichen Zügen!

13.06.2016

 

Die Türme zu 9/11 wurden gesprengt

…und das konnte nur mit Wissen und Billigung der amerikanischen Regierung erfolgen.
16. April 2016
Alexej Puschkow

Erste Frage: Konnten die Zwillingstürme durch das Feuer zerstört werden?

Am 11. September 2001 haben sich zwei Flugzeuge zuerst in den nördlichen und dann in den südlichen Turm des World Trade Center gerammt. In der Folge stürzten beide Hochhäuser ein.

Die offizielle Version lautet: Zu der Zerstörung von Hochhäusern führte das Feuer, das nach der Kollision mit der Boeing brannte.

Aber Wissenschaftler glauben, dass die Temperatur im Inneren der Türme nicht ausreichend war, um die mächtigen Stahlträger zu schmelzen und die Gebäude einstürzen zu lassen.

Magomed Tolbojew, Testpilot, Held der Russischen Föderation:

„Das Flugzeug hatte nach unseren Annahmen 20 Tonnen Treibstoff an Bord. Treibstoff ist keine Fougasse-Brotteigmasse, das ist keine gerichtete Explosion, das ist eine Volumenexplosion. Das heißt, der Treibstoff explodiert in der Luft und streut diese Energie überall hin. Das ist alles. Aber warum ist das Ganze dennoch zusammengebrochen? Dies ist so nicht möglich. Diese Haus-Stockwerke/Etagen absorbierten die Aufprallenergie des Flugzeugs. Und fertig, Aufprallenergie wird nicht weiter übertragen. Sie haben gesehen, wie der Turm freifallend zusammenklappt? Das Gebäude kann nicht so in sich zusammenfallen. Wenn der Einschlag unten in der ersten, zehnten oder der zwanzigsten Etage geschehen wäre, dann ja, dann hätte das Ganze schon unter der Last der oberen Stockwerke einstürzen können.“

Zweite Frage: Weswegen könnten Stahlkonstruktionen einstürzen?

Amerikanische Gebäudebau-Experten haben eigene Berechnungen durchgeführt und kamen zum Schluss, dass die Wolkenkratzer in New York nicht durch einen Brand einzustürzen konnten. So gleichmäßig und sanft konnten die Türme sich nur in einem einzigen Fall zusammenlegen, nämlich indem eine gezielte Sprengung der tragenden Konstruktionen von Gebäuden durchgeführt wird. Kein Zufall, dass in der Zusammensetzung der gebildeten Staub Partikel des Einsturzes die Wissenschaftler „Nano-Thermit“ entdeckt haben. Es ist eine Substanz, die Spreng-Experten beim professionellen Abriss von Häusern verwenden.

In einem Interview mit der Online-Zeitung der „Komsomolskaja Prawda“ im Jahr 2007 erklärt das Mitglied der amerikanischen Architekten-Union Richard Gage ausdrücklich: Jemand half, dass die Türme zerstört werden.

„Es ist offensichtlich, dass es eine professionelle Demontage mit Hilfe von Sprengstoff war… Unter Berücksichtigung der existierenden Kontroll-und Sicherheitsvorkehrungen im World Trade Center ist es schwer vorstellbar, dass diese Arbeiten Terroristen hätten ungehindert verwirklichen können. So kommen wir zu einem furchtbaren Schluss: die Regisseure für der Anschlag könnten in Regierungskreisen der USA sitzen“.
Stanislaw Lekarew, Veteran des Außenaufklärungsdienstes:

„Es ist ein professioneller Abriss des Gebäudes in einer modernen Großstadt, exakt nach den Regeln der Abrissunternehmen, welche die Stütze schräg vor dem Gebäude sprengen. Und dann fällt die gesamte Spitze und zerstört alles andere. Die Flugzeuge schlugen doch an der Spitze der Türme ein, die Feuerwehrleute, die diesen Angriff von Terroristen sahen, behaupten jedoch, dass es Explosionen im zehnten bis fünfzehnten Stock gab, also gerade in jenen Stockwerken, die für einen qualitativen und professionellen Abriss der Gebäude benötigt werden.“

Dritte Frage: Warum brach der Turm WTC 7 zusammen?

In der Welt glaubt man weithin dem offiziellen Bericht, in dem es nur zwei zerstörte Wolkenkratzer gab. Es waren aber drei. Das so genannte WTC 7, das siebte Gebäude des Einkaufszentrums stürzte, ebenso freifallend wie die beiden Wolkenkratzer zuvor, 8 Stunden nach den Anschlägen ein, obwohl keine Flugzeuge eindrangen. Wobei es so fiel, als ob gleichfalls eine professionelle Demontage, eine kontrollierte Sprengung durchgeführt worden wäre. Und keiner hat bisher erklärt, warum dieses Hochhaus abseits plötzlich auf dem Boden lag. Selbst in den offiziellen Dokumenten des US-Kongresses wird darüber kein Wort gesagt. Auf die Fragen von Journalisten antworteten die Mitglieder der Kommission, daß sie keine Daten darüber hätten.

Vierte Frage: Wie konnten die Flugzeuge so ungestört bis nach New York und Washington fliegen?

Auf Anweisung werden alle Flugzeuge, die in der USA verdächtig vom Kurs abweichen, sofort mit Kampfjets begleitet und können gegebenenfalls zerstört werden. Aus unerklärlichen Gründen wurde jedoch genau am 11. September das Luftabwehrsystem der USA deaktiviert, und deshalb wurde gar nicht auf zwei Boeings reagiert, die von der Strecke abgekommen sind und sich nach New York wendeten. Erst eine halbe Stunde nachdem das Flugzeug in den ersten Turm flog, erhoben sich die Kampfjets in die Luft.

Magomed Tolbojew, Testpilot, Held der Russischen Föderation:

„Das Luftabwehrsystem wird nie deaktiviert. Es ist das ganze Jahr über permanent eingeschaltet, das ist eine rund um die Uhr präzise, wie eine Schweizer Uhr arbeitende Organisationsstruktur. Die technischen Parameter aus den Radarinformationen sind ständig bei dir auf dem Bildschirm. Es sind dort niemals prophylaktische Arbeiten mit einer Gesamtabschaltung nötig“.
Fünftens: Noch mehr Verdachtsmomente in dieser ganzen Geschichte verursacht der so genannte „Rammbock“, das Pentagon.

Es ist bekannt, dass das Gebiet rund um das US-Verteidigungsministerium eine der geschütztesten Stellen der Welt ist. Trotz der beispiellosen Sicherheitsmaßnahmen konnten Terroristen einfach bis zum Gebäude des Pentagon fliegen, um es zu rammen. Dieser Fall ruft Misstrauen sogar unter den unbedarftesten Amerikanern hervor.

Es ist unklar, warum es kein Bild eines riesigen Boeing im Moment des Aufpralls in das Gebäude des US-Verteidigungsministerium gibt, wo sind die schweren Triebwerke des Passagierflugzeugs und wo sind seine Flügel, deren Spannweite fast 40 Meter beträgt. Warum wurde an der Stelle des Absturzes nur das Wrack einer Drohne entdeckt?

Und wie konnten die Selbstmordattentäter, die über keine praktische Piloten-Erfahrung verfügten über Washington umdrehen und mit höchster Genauigkeit das Flugzeug gerade in jenen Teil des Verteidigungsministeriums richten, wo in diesem Moment gerade renoviert wurde und deswegen fast kein Mensch dort war. Antworten auf diese Fragen bekommt man bei der nationalen Kommission des US-Kongresses auch nicht.

Giulietto Chiesa, italienischer Journalist:

„Es ist absolut unmöglich, den Anschlag eines solchen Flugzeugs auf das Pentagon durchzuführen. Ein Passagierflugzeug in dieser Größe kann nicht mit der Geschwindigkeiten von 800 Kilometern pro Stunde auf einer Höhe von 2-3 Metern fliegen. Unmöglich. Ein Flugzeug dieser Klasse zerbräche bei solcher Geschwindigkeit in solch dichter Atmosphäre! Und alle Piloten mit denen ich mich getroffen habe, bestätigten das.“

Und das Letzte, das sechste Argument:

Das Begehen terroristischer Anschläge dieser Größenordnung im Alleingang ist nicht möglich. Die 19 Terroristen mussten Hilfe gehabt haben und zwar aus dem Land, wo das passiert ist. Schwer zu glauben, dass es nicht sehr erfahrenen jungen Leuten, von denen die meisten nicht einmal die englische Sprache beherrschten, gelungen sein soll, einen solch komplexen Vorgang durchzuführen, sogar gegen einen mächtigen Staat der sich mit den modernsten Mitteln zu schützen weiß.

http://www.fit4russland.com/propaganda/1676-russische-aufdeckung-zu-9-11-am-16-april-2016-sendung-postscriptum

Steigt Deutschland aus dem „US-Chaos-Projekt“ aus?

03.03.2015
Von Pepe Escobar
Mit dem Versuch, den „Westen“ gegen Russland aufzuwiegeln, ist es Washington sicher gelungen, in einer bereits gebeutelten EU mit ein wenig zusätzlichem Chaos – womit auch sonst? – noch mehr Unruhe zu stiften. Die mit neokonservativen Drahtziehern verseuchte Obama-Administration hat gehofft, mit einem Paket westlicher Sanktionen und dem mit Hilfe der Saudis geführten Ölpreis-Krieg die russische Wirtschaft so in Schwierigkeiten bringen zu können, dass Russland „sein Verhalten gegenüber der Ukraine ändert“ und bestenfalls ein Regimewechsel in Moskau dabei herausspringt. Das hat nun aber nicht funktioniert.

Minsk 2 – so fragil das Abkommen auch sein mag – zeigt de facto, dass Deutschland und Frankreich, die führenden Mächte Europas, aus dem US-Chaos-Projekt auszubrechen versuchen.

Das US-Chaos-Imperium will keine friedliche Einigung in der Ukraine und wird alles tun, um Minsk 2 zu torpedieren. Die zusammen mit der NATO verfolgte strategische Absicht bleibt bestehen: Moskau soll in einen Krieg mit der Ukraine verwickelt werden, um es wirtschaftlich zu schwächen, um ein Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und Russland zu verhindern und Russland als globalen Mitbewerber der USA auszuschalten.

Der Ölpreis-Krieg hat aber auch nichts gebracht. Die Neokonservativen sind am Verzweifeln, weil das billige Öl der Saudis dabei ist, die US-Schieferöl-Industrie zu ruinieren…

Wenn das Chaos-Imperium geopolitisch und auf dem Energiesektor in Schwierigkeiten gerät, lässt sich das im Desaster-Kapitalismus wieder ganz einfach ausbügeln. Der Dank dafür gebührt dem IWF! In der Ukraine wird der IWF die gleiche Verwüstung anrichten, die er gerade in Griechenland, vorher in Irland und in den 1970er Jahren auf der ganzen Südhalbkugel angerichtet hat. Der gefürchteten „Strukturanpassung“ folgen immer noch blindwütige Privatisierungen, an denen sich neben „westlichen Investoren“ auch heimische Oligarchen bereichern können. Das IWF-Darlehen erleichtert natürlich auch den (legalen) Landraub.

Das IWF-Darlehen von 17 Milliarden Dollar, das der Ukraine wie durch ein Wunder am Vorabend von Minsk 2 zugesagt wurde, erlaubt es den Oligarchen in Kiew, den für das Chaos-Imperium gegen Russland geführten Stellvertreterkrieg fortzusetzen.

Es ist an eine Schlüsselbedingung geknüpft: Die Ukraine muss uneingeschränkte Biotech-Landwirtschaft zulassen, und das ist wirklich ein Hauptgewinn (für Monsanto und Konsorten). Die Ukraine ist mit ihren fruchtbaren schwarzen Böden, auf denen wirklich alles hervorragend wächst, das drittgrösste Ausfuhrland der Welt für Mais und das fünftgrösste Ausfuhrland für Weizen. Die Gewinner werden die üblichen der Genmanipulation Verdächtigen sein – die Samenerzeuger Monsanto und Dupont – und der Landmaschinenhersteller John Deere…

Bei dem jüngsten Angriff auf den Rubel ist deutlich geworden, dass „Währungsmanipulation zu einer neuen Art der Kriegsführung geworden“ ist und „die Schlachten jetzt mit erzwungenen Privatisierungsausverkäufen geschlagen“ werden…

Die EU ist out, die BRICS-Staaten und die SCO sind in!

Das Chaos-Imperium hat gute Gründe, sich über den Konflikt zwischen der EU und Russland zu freuen. Auch Moskau geht davon aus, dass die Sanktionen gegen Russland nicht so schnell aufgehoben werden. Die USA können aber nicht darauf hoffen, dass das ewig so bleibt. Die deutschen Industriekapitäne sind nicht besonders „amused“.

Noch vor ein paar Jahren hat Präsident Putin – in Deutschland – ein grösseres Europa vorgeschlagen, das von Lissabon bis Wladiwostok reicht; durch die Tragödie in der Ukraine sieht er sich nun aber gezwungen, seinen Blick stärker „nach Osten“ zu richten.

Aus der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China könnte sich daher ein eurasischer Wirtschaftsraum entwickeln, der von St. Petersburg bis Shanghai reicht; gleichzeitig betreibt China ja auch noch das Projekt einer neuen Seidenstrasse, die von China über Zentralasien nach Europa führen soll, und will ausserdem die Transsibirische Eisenbahn als Hochgeschwindigkeitsstrecke ausbauen.

Der Mythos von Russlands „Isolierung“, den Washington und seine Vasallen verbreiten, ist ein Witz. Auch wenn das US-Chaos-Imperium weiterhin versucht, einen zweiten Kalten Krieg vom Zaun zu brechen, kann es Russland damit nicht isolieren. Die russische Diplomatie ist sehr aktiv – von Indien in Südasien bis nach Ägypten im Nahen Osten…

Die BRICS-Staaten streben verstärkt nach einer multipolaren Welt – mit der Gründung einer eigenen Entwicklungsbank und der Abwicklung ihres Handels in ihren eigenen Währungen. Die SCO wird bald Indien und Pakistan und in der nahen Zukunft auch noch den Iran als neue Mitglieder begrüssen können und damit zur grössten politischen und wirtschaftlichen Allianz Asiens werden.

In den obsessiven Planungen des Chaos-Imperiums sind irgendwelche Vorteile für die EU nicht vorgesehen. Ausser zu Gazprom sind fast alle Beziehungen zu russischen Handelspartnern für die nahe Zukunft auf Eis gelegt. Und von der Ukraine hat die EU (ausser Geldforderungen) kaum etwas zu erwarten. Sie wird aber vermutlich keinen einzigen ihre ständig an Wert verlierenden Euros opfern, um die Ukraine vor dem Bankrott zu „retten“, und ihr hoffentlich auch nicht den NATO-Beitritt anbieten, weil das ein Spiel mit dem Feuer wäre.

Ich behaupte, dass die weitere Entwicklung vor allem von Deutschland abhängt. Wenn Deutschland Geschäfte mit den eurasischen Mächten Russland und China machen will, müsste es eigentlich wissen, wo seine strategischen Prioritäten liegen. Zutiefst verunsicherte Diplomaten in Brüssel haben angedeutet, Moskau habe eine klare Botschaft gesandt: Entweder akzeptiert ihr die bei Chinesen so beliebte „Win-win-Situation“ eines einheitlichen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis Wladiwostok, oder die EU folgt dem US-Chaos-Imperium in der Ukraine in eine Konfrontation mit Russland und erhält als vergiftetes Geschenk einen Krieg an ihrer Ostgrenze, den sie nicht gewinnen könnte.

Mehr lesen:
>http://www.fit4russland.com/interviews/940-steigt-deutschland-aus-dem-us-chaos-projekt-aus

Verdeckte US-Militärputsche seit 1945 in Lateinamerika

Kolumbien: 1953 (Putsch durch General Rojas Pinilla) bis heute: 6.800.000 Kriegsopfer, davon 950.000 Morde, Entführungen, Folterungen und Vergewaltigungen

Paraguay: Mai 1954: Putsch durch General A. Stroessner: 50.000 Tote; bei 19.882 Verhaftungen, 18.772 Gefolterte, 30.000 Verschwundene, 400.000 Vertriebene

Guatemala: 1954 (Sturz der Regierung Jacobo Árbenz), bis 19966: 200.000 Tote, 45.000 Verschwundene, 1.000.000 Vertriebene

Kuba: April 1961 (Invasion Schweinebucht) bis heute7: 3.700 Tote, 104 Milliarden US-Dollar Embargo-Verluste

Brasilien: März 1964 (Putsch unter General Castelli Branco) bis 1985:8 3.000 Tote, 200 Verschwundene, 20.000 Gefolterte

Bolivien: Putsch 1980:500 Tote, 4.000 Verhaftete

Dominikanische Republik: April 1965 (Militärintervention der USA)10: 4.000 Tote

Uruguay: 1973 (Putsch) bis 198511 700 Tote, 164 Verschwundene

Chile: 11. September 1973 (Putsch) bis 1990: 2.100 Tote, 1.100 Verschwundene, 200.000 Verhaftete, 100.000 Gefolterte, 400.000 Exilierte

Argentinien: 24. März 1976 (Putsch) bis 1982: 30.000 Tote und Verschwundene

El Salvador: 15. Oktober 1979 (Putsch) bis 1992: 75.000 Tote

Nicaragua: Somoza- Diktatur und Unterstützung der Contras15: 100.000 Tote, 350.000 Kriegsflüchtlinge

Peru: 1980 – 2000 Aufstandsbekämpfung gegen den „Leuchtenden Pfad“16:60.000 Tote, 7000 Verschwundene, 1.000.000 Vertriebene, 10.000 politische Gefangene

Grenada: 1983: Militärintervention der USA: 94 Tote, 511 Verwundete

Panama: 1989: Militärintervention der USA: 3 000 Tote

Venezuela: April 2002: Putsch gegen Präsident Hugo Chávez19: mehr als 100 Tote

Bolivien: September 2008: Putschversuch der Separatisten in Santa Cruz, keine Zahlen bekannt

Honduras: Juni 2009: Putsch gegen Präsident Zelaya, 100 Tote

Ecuador: 30. September 2010: versuchter Staatsstreich gegen Präsident Correa20: fünf Tote, 30 Verletzte,

Paraguay: 2. Juni 2012, Staatsstreich gegen Präsident Bischof Fernando Lugo, keine Zahlen bekannt

https://de.sott.net/article/26265-Uber-1-5-Millionen-Opfer-Verdeckte-US-Militarputsche-seit-1945-in-Lateinamerika