Das „Ausbluten“ der amerikanischen gewerblichen Volkswirtschaft.

„Globalisierung zaehmen und die Fruechte ernten.“

24.03.2007
Franz Bernhard Nolte

Im Zuge einer scheinbar unaufhaltsam fortschreitenden Globalisierung und weltweiten Arbeitsteilung ziehen die USA die produzierende Industrie samt Technologie und Arbeitsplätzen aus den reichen Ländern ab. Die US-Regierung fördert nach Kräften diesen Kapital- und Technologietransfer nach Übersee und damit die Gewinne der „Global Player“ . Die Folgen sind der Verlust amerikanischer Arbeitsplätze, ein „Ausbluten“ der amerikanischen gewerblichen Volkswirtschaft und die Entstehung einer „Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft“.

Wirtschaftswachstum durch kreditfinanzierten Konsum und Profitmaximierung um jeden Preis ist das Glaubensbekenntnis der angloamerikanischen Neoliberalen. Der Preis, den sie dafür zahlen, wird immer höher und lässt sich ablesen an den tiefroten Zahlen der Handels- und Leistungsbilanzdefizite. Die „Spirale der globalen Ungleichgewichte“ wächst mit dem US-Handelsdefizit , weil die USA viel mehr aus dem Ausland importieren, als sie dorthin exportieren. Das US-Leistungsbilanzdefizit wächst, weil die USA ihr durch Konsum getriebenes Wirtschaftswachstum mit Geld finanzieren, das sie gar nicht besitzen. Sie leben weit über ihre Verhältnisse und versinken immer tiefer in Schulden.

Während die Finanzgeschäfte von Investmentbanking , Versicherungen, Finanzinvestoren, „hedge-fonds“ und von „private-equity“ blühen und die globalen Konzerne glänzende Gewinne machen, sind die Bürger in den reichen Industrieländern die Geschädigten, die Immobilien-Schulden anhäufen, Kaufkraft, Kreditwürdigkeit, soziale Sicherheit und Arbeitsplätze verlieren. Das Mindeste sind Mindeststandards und Mindestlöhne . Ein sozialer Ausgleich als Entschädigung für den Verlust von Lebensqualität im Gefolge von neoliberaler Globalisierung wird immer dringender.

Die Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländer dagegen gewinnen Millionen Arbeitsplätze, zunehmende Kaufkraft, soziale Sicherheit, technolog-isches Wissen und häufen immer mehr Reichtum und Währungsreserven an im Zuge einer globalen „new economy“ , die sich am Wachstum der Volkswirtschaften orientiert und nicht zuallererst am Profit des Einzelnen. Die wirtschaftlichen und politischen Kraftlinien in der Welt sind dabei, sich zu verschieben, ebenso wie die Wertvorstellungen über ökonomisches Handeln.
nachlesen:
http://www.globalisierung-zaehmen.de/

umschlag

  • 24.03.2007
    Von Franz Bernhard Nolte

    Die „Produktion“ in großen Teilen der gewerblichen Wirtschaft der USA ist unaufhaltsam dabei, das Land zu verlassen und zunehmend folgen ihr auch die Zuliefererbetriebe und die „Entwicklung und Forschung“.

    Zurück bleibt das Dienstleistungsgewerbe und wächst und gedeiht und wird immer mehr zum wichtigsten Teil der Wertschöpfung der amerikanischen Volkswirtschaft.
    Dennoch drohen die Industriestaaten „auszubluten“.

    Wovon soll ein Land existieren, wenn die Menschen sich gegenseitig die Haare schneiden, sich mit dem Taxi befördern, mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen oder sich in Fitnessstudios verwöhnen lassen?
    „Wertschöpfung“ ist im Grunde etwas anderes als „Dienstleistungen erbringen“. Produktion ist nicht das gleiche wie Konsumption. Zuerst müssen Güter produziert werden, wenn ein Bedarf besteht, und erst danach können sie konsumiert werden, wodurch wieder neue Nachfrage entsteht.

    Die Arbeitsplätze im verarbeitenden, Güter und Werte schaffenden Gewerbe verringerten sich dem Washingtoner Arbeitsministerium zufolge in den zurückliegenden fünf Jahren in den USA um mehr als 25 Prozent auf 14 Millionen.

    Die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Übersee in Niedriglohnländer ist einer der Wege, mit dem die US-Wirtschaft nicht erst seit den ökonomischen Turbulenzen um die Jahrhundertwende versucht hat, aus ihrer allgemeinen Krise herauszukommen. Unternehmen wie General Motors, General Electric oder IBM verlagern seit Jahrzehnten, aber in letzter Zeit verstärkt Arbeitsplätze in Länder mit billigen Arbeitskräften.

    nachlesen:
    http://www.globalisierung-zaehmen.de/globalisierung34.html

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