„Nur Schwachkoepfe halten ein schlechtes Verhältnis zu Russland für gut“

Donald J. Trump ✔@realDonaldTrump
Having a good relationship with Russia is a good thing, not a bad thing. Only „stupid“ people, or fools, would think that it is bad! We…..
7 Jan 2017

Donald J. Trump ✔@realDonaldTrump
have enough problems around the world without yet another one. When I am President, Russia will respect us far more than they do now and….
7 Jan 2017

Donald J. Trump ✔@realDonaldTrump
both countries will, perhaps, work together to solve some of the many great and pressing problems and issues of the WORLD!
22:21 – 7 Jan 2017

„Wir lieben ihn. Er hat keinen blassen Schimmer von der Welt und redet totalen, gefährlichen Blödsinn. Aber vielleicht können wir einen Deal mit ihm machen, natürlich zu unseren Gunsten. Wir lieben und respektieren ihn, auch wenn wir ihn nicht kennen.“
16.01.2017
von BERTHOLD KOHLER

Trump erfüllt wenige Tage vor seinem Amtsantritt mit seinem Bekenntnis, wie er die Welt sieht, höchste Erwartungen und höchste Befürchtungen: dass er auch als Präsident so bleibt, wie er nicht nur als Wahlkämpfer war, sondern schon immer – konfliktbereit, großsprecherisch, ohne Angst vor Widerständen und Widersprüchen. Den Amerikanern, die ihn wählten, sagt er damit, dass sie sich auf ihn und seine Versprechen verlassen können. Dem Rest der Welt aber signalisiert er, dass für ihn alles in Frage steht, woran sich Amerika bisher über Präsidentschaften unterschiedlichster Art hinweg gebunden fühlte, von politischen Leitbildern über Verträge bis hin zu ganzen Bündnissen.

Noch immer bauen Politiker in Europa darauf, dass Trump unter dem Druck der Verhältnisse und der Verantwortung wenigstens halbwegs so werde wie sie…

Trumps angekündigten Rückzug in die Festung Amerika, die er mit Mauern und Zollwällen schützen will, kann man als Reaktion auf die Überdehnung amerikanischer Macht durch die Vorgänger, insbesondere Bush den Jüngeren, sehen.

In den zweiten Irak-Krieg zu ziehen war im Nachhinein betrachtet zweifelsohne eine Fehlentscheidung. Sie zog weitreichende Folgen nach sich bis hin zur Weigerung Obamas, sich in Syrien zu engagieren, und bis zum Ausbruch der Flüchtlingskrise, die die EU in ihren Grundfesten erschütterte und die politischen Landschaften in Europa verändert…

Nur Tage vor seinem Amtsantritt lässt Trump gänzlich ohne Grund und Not erkennen, dass die Roten Linien, die Amerika seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa gezogen und verteidigt hat, für ihn keine Bedeutung mehr haben müssen. Die Nato, das sagt er nun zum wiederholten Male, sei für ihn „obsolet“. Seine Begründung dafür ist so abenteuerlich wie vieles andere, das er in diesem Gespräch zum Besten gibt. Doch nichts davon hat auch schon als bloße Äußerung so verheerende Auswirkungen auf Sicherheit und Stabilität in Europa wie die Erklärung des neuen amerikanischen Präsidenten, das transatlantische Bündnis sei veraltet und überflüssig.

Das Gegenteil ist der Fall. Die Nato müsste erfunden werden, wenn es sie nicht gäbe.

Denn es sind nicht die paar alten Schützenpanzer, die die baltischen Staaten an ihren Grenzen stehen haben, die Moskau davon abhalten, dem Buch über die Rückgewinnung alter imperialer Größe weitere „ruhmreiche“ Kapitel hinzuzufügen.

Das verhinderte bisher der Nordatlantikpakt und die Präsenz amerikanischer Soldaten, mit der Washington für die Sicherheit seiner europäischen Verbündeten einsteht, auch aus eigenen Interessen heraus. Nun aber wird aus der Garantie ein Risiko.

Für strategische Fragen der Weltpolitik hat Trump keinen Sinn!

Die Nato ist auch eine politische Klammer zwischen Amerika und Europa, die angesichts einer wachsenden Entfremdung bis hinein in Handels- und Wirtschaftsfragen wichtiger und nötiger ist denn je.

Amerika würde durch die Auflösung solcher Bande nicht stärker, es würde schwächer werden und an Einfluss in der Welt verlieren.

Trump aber hat für strategische Fragen der Weltpolitik ganz offensichtlich keinen Sinn.
Er schaut auf die Welt mit den Augen eines milliardenschweren, selbstverliebten Krämers, den nur seine „Deals“ interessieren.
Die Zahl seiner Follower in den sozialen Medien kennt er, die Zahl der Nato-Mitglieder nicht. Und wer war noch der „angenehme Herr“, der aus Brüssel anrief?

Spielt keine Rolle, wo Trump doch egal ist, ob die EU Bestand hat, die ohnehin nur ein Instrument der Deutschen sei, um ihre Interessen durchzusetzen (was ihm eigentlich imponieren müsste).

Wird alles nicht so heiß gegessen wie gesagt? Diese Hoffnung muss man haben, doch sie schwindet mit jedem weiteren Satz, den Trump hinaustrompetet, als sei er nicht der Präsident der Führungsmacht des Westens, sondern
ein Troll aus einem Moskauer Vorort.
Der Kreml spendet Beifall, obwohl ihm
dieser irrlichternde Präsident ebenfalls nicht ganz geheuer sein kann.

Doch müssen sich alle, auch die EU, auf den Fall vorbereiten, dass Trump tut, was er sagt.

Die Krise der EU wird nun auch noch von einer Krise des freien Westens überwölbt.

Wer das bejubelt, hat Trump verdient.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/trumps-aeusserungen-stellen-ein-risiko-dar-14670787.html

 

Angela Merkels persönliche Zuneigung zu den Vereinigten Staaten von Amerika ist schwer zu erschüttern.

16. Januar 2017
Nico Fried
Noch mehr gilt das für den politischen Wert, den die Kanzlerin dem transatlantischen Verhältnis beimisst.

Gerhard Schröders Nachfolgerin ließ sich von der breiten Verachtung für den damaligen Präsidenten George W. Bush nicht abhalten, ein enges Verhältnis zu ihm aufzubauen.

Sie fremdelte erst mit dem Charismatiker Barack Obama und ärgerte sich später über seine Politik in Libyen, Syrien und über die Abwertung Russlands als Regionalmacht.

Nichts davon hätte aber ihren Glauben an die USA als Premiumpartner infrage gestellt, weshalb sie auch den NSA-Lauschangriff auf ihr Handy widerstandslos hinnahm…

Merkel ist Amerika eine politische Freundin, die für ihre Treue bisweilen Selbstverleugnung betrieben hat.

Es wirkt fast so, als wolle das Schicksal die Grenzen der Kanzlerin weiter testen, wenn sie es nun mit einem Präsidenten zu tun bekommt, der ihre Politik bereits vor seiner Amtseinführung öffentlich wahlweise als geisteskrank oder als katastrophalen Fehler bezeichnet hat.

Aber mit Donald Trump im Weißen Haus geht es um mehr als eine persönliche Beziehung zwischen Präsident und Kanzlerin, die notfalls auch von versierten Diplomaten ersetzt werden kann wie zu Zeiten von Schröder und Bush. Merkel muss sich darauf einrichten, dass die Verbindung, die für sie und jede bisherige Bundesregierung einen Grundpfeiler der Außenpolitik bildete, am anderen Ende völlig neu vermessen und beurteilt wird.

Aus dem Interview, das Trump jetzt der Bild-Zeitung gegeben hat, ist ersichtlich, dass Merkel ein gelinde gesagt verengtes Bild des künftigen Präsidenten zu bearbeiten haben wird.

Es ist ein Neuanfang auch in dem Sinne, dass manches von Grund auf erklärt werden muss.

Trumps wichtigstes politisches Kriterium ist die Kosten-Nutzen-Rechnung. Sie bezieht sich auf die Gegenwart und nicht auf historische Zusammenhänge. Deshalb beurteilt er die EU danach, wer wie viel finanziellen Profit daraus zieht und nicht danach, ob sie ein geschichtlich einmaliges Friedensprojekt ist. Deshalb befasst er sich nicht mit der Begründung von Sanktionen gegen Russland, sondern mit den Chancen auf Deals, die darin stecken. Deshalb beschäftigt ihn nicht, ob Sicherheitszonen für die Menschen in Syrien politisch machbar, sondern nur, dass sie billiger gewesen wären als die Versorgung von Flüchtlingen in Europa.

Auch in der Konsensgesellschaft Deutschland ist die Polarisierung st ark…Tritt die Wertegemeinschaft EU nicht geschlossen auf, hat sie keinen Wert mehr. Deshalb beginnt gerade für Merkel die Arbeit am neuen transatlantischen Verhältnis nicht so sehr in Washington, sondern vor allem in den Hauptstädten Europas.
http://www.sueddeutsche.de/politik/trump-trumps-deals-mit-einzelstaaten-sind-gefaehrlich-fuer-europa-1.3334971

 

Die Argumentation dieser „Schwachkoepfe“ am Beispiel Richard Herzinger
04.01.2017

http://europaobjektiv.com/nachrichten/news-sammlung_1246.html

…Keines dieser Argumente ist neu. Wir hören sie immer wieder, seit Putin den

>Westen zum Feindbild erklärt und mit der

>Annexion der Krim und der

>Invasion der Ostukraine

>den europäischen Frieden gebrochen hat.

Verblüffend ist allerdings, dass sie gerade jetzt so massiv wiederholt werden. Hat doch Putin gerade erst

>Aleppo in Schutt und Asche legen lassen und den Westen in Syrien zum Statisten degradiert. Jetzt schickt er sich an, im Verbund mit dem Iran und der Türkei dort eine Ordnung nach seinen Vorgaben zu installieren. Des Weiteren haben

>die Desinformations- und Cyberkriegsspezialisten des Kreml jüngst

>“bewiesen“, dass sie sogar den Präsidentschaftswahlkampf der mächtigsten Nation der Welt manipulieren können…

>Autoritäre und totalitäre Führer und Bewegungen waren nie die Verursacher der Krise jener

>Demokratien, die sie am Ende beseitigten. Wohl aber verstanden sie es, diese so weit zu verschärfen, dass sie

>für die demokratische Gesellschaft tödlich endete. Erleichtert wurde ihnen

>dieses Zerstörungswerk stets dadurch, dass die Demokraten ihre Gefährlichkeit unterschätzten…Dass die Schwäche des Westens primär hausgemacht ist, minimiert keineswegs die

>Gefahr, die von Putin ausgeht, sondern lässt sie überhaupt erst

>zur ernsthaften Bedrohung anwachsen. An innerlich intakten liberalen Demokratien würden seine Destabilisierungsversuche weitgehend wirkungslos abprallen…
Es stimmt zwar, dass Putin über keine monolithische Welterklärungs- und Gesellschaftslehre wie den sowjetischen Marxismus-Leninismus verfügt. In gewisser Hinsicht erfreut sich sein autoritäres Gesellschaftsmodell im Westen aber einer noch größeren ideologischen und praktischen Anziehungskraft als einst das Sowjetregime. Wirkt es doch auch auf die besitzenden Klassen attraktiv… Putin mit seiner

>Symbiose aus Staat, Geheimdiensten und organisiertem Verbrechen

> verspricht ihnen hemmungslose Bereicherung,

>befreit von den Fesseln des >Rechtsstaates und der Kontrolle durch >demokratische Institutionen sowie einer >freien Medienöffentlichkeit… damit zu rechnen, dass die Verschlechterung der ökonomischen Lage im eigenen Land

>Putin zu noch größerer außenpolitischer Aggressivität anstacheln wird,

>braucht er die Konfrontation doch umso mehr

>zur Legitimation seiner Herrschaft. Und auch, dass Russland der Nato militärisch objektiv unterlegen ist und daher kaum einen offenen Krieg mit ihr riskieren wird, ist kein Grund zur Entwarnung. Entscheidend ist vielmehr, dass Putin durch die laufende Demonstration seiner

>Bereitschaft zum skrupellosen Einsatz kriegerischer Gewalt den Westen, der derzeit jegliches militärisches Engagement scheut,

>einschüchtern, erpressen und spalten kann… Für seine

>Kriegsverbrechen und seine

>Vergewaltigung des internationalen Rechts in Syrien muss Russland keine Sanktionen befürchten… So übernehmen die westlichen Regierungen und die UN für die

>Vertreibung der Bevölkerung Ostaleppos, die den

>Tatbestand des Verbrechens gegen die Menschlichkeit erfüllt, die beschönigende Bezeichnung „Evakuierung“, deren Durchführung dann auch noch als humanitäre Errungenschaft gefeiert wird. Es ist zu befürchten, dass die USA unter ihrem neuen Präsidenten

>die völkerrechtswidrigen Praktiken Moskaus ebenso offen legitimieren werden wie dessen

>Anspruch auf eine „Einflusszone“ in Osteuropa. Niemand aber soll glauben, dass Putins Appetit damit zu stillen wäre. Seinem

>Ziel, ganz Europa von seinem Willen abhängig zu machen, wäre er damit vielmehr ein erhebliches Stück nähergekommen.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article160759206/Putin-greift-nach-Europa-und-Europa-schaut-zu.html

 

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